Der Vormarsch der Industrieroboter im Montagebereich geht nur langsam voran

Sie machen als „Jobkiller“ immer wieder Schlagzeilen. Obwohl sie nur elektronisch gesteuerte Maschinen wie viele andere sind, eignen sie sich wie kaum ein Produkt des technischen Fortschritts dazu, die öffentliche Gänsehaut vor den Folgen der Technik zu pflegen: Roboter können eben Menschen „ersetzen“.

Nimmt man jedoch die Science-fiction-Brille ab, bleibt nicht viel vom Bild der künstlichen Wesen übrig. Seit zwanzig Jahren entwickeln Ingenieure programmierbare Maschinen für die industrielle Produktion. Nach dieser langen Zeit, in der die Mikroelektronik einen Höhenflug ohnegleichen angetreten hat, arbeiten in deutschen Werkhallen nicht mehr als dreieinhalbtausend Stück. Weltweit, Japan inbegriffen, waren es 1982 erst 30 000. Und nicht einmal diese Zahlen hätten die Roboter erreicht, wären sie nicht in einigen wenigen Anwendungen relativ problemlos einzusetzen. So sind von den 3500 bundesdeutschen Industrierobotern allein 1300 mit dem Punktschweißen beschäftigt.

Angesichts von zweieinhalb Millionen Menschen, die heute in der Bundesrepublik keine Arbeit mehr finden, erscheint deshalb die Angst vor dem Roboter paradox. Wohl gibt es immer wieder Prognosen, die einen Boom der programmierbaren Handhabungsautomaten vorhersagen. Eine kürzlich im US-Wirtschaftsmagazin Business Week veröffentlichte amerikanische Studie spricht zum Beispiel von 200 000 Robotern im Jahr 1990 in den Vereinigten Staaten – unter der Bedingung, daß die großen Computerkonzerne in das Robotergeschäft einsteigen. Derartige Voraussagen ignorieren jedoch meist die gravierenden Hemmnisse, die einem schnellen und reibungslosen Robotereinsatz entgegenstehen.

Japaner vorn

Größere Stückzahlen sehen die Experten künftig nur in einem Bereich der industriellen Produktion: in der Montage, die heute gegenüber der Teilefertigung noch als ein Stiefkind der Technik gilt. Hier arbeiten – im Prinzip wie zu Beginn des Jahrhunderts – Männer und Frauen in langen Reihen, nicht selten taktgebunden, am Fließband.

Einer Prognose des japanischen Roboterherstellers Kawasaki Heavy Industries zufolge wird der Absatz von Geräten etwa zum Schweißen und Lackieren nicht weiter zunehmen. Nur der Verkauf von Montagerobotern werde wachsen.