In der Investment-Branche haben sich die Mienen der Manager aufgehellt. Im Sog der Aktienhausse ist das Interesse für deutsche Aktienfonds endlich gewachsen. Lange Zeit hatten sie unter Auszehrung gelitten. Günstiger wurde das Klima in der Branche schon Mitte des Jahres, als die Rentenfonds mit beachtlichen Wertsteigerungen aufzuwarten begannen. Sie waren besonders ausgeprägt bei solchen Fonds, die Dollar-Bonds in ihre Portefeuilles genommen hatten. Davon profitierten sie gleich dreifach. Einmal genossen sie die gegenüber deutschen festverzinslichen Papieren deutlich höheren Renditen, sie kamen ferner in den Genuß kräftiger Kurssteigerungen durch die in den USA sinkenden Zinsen und profitierten drittens von dem sich gegenüber der Mark befestigenden Dollar. Mit der Folge, daß die international investierenden Rentenfonds 1982 Wertsteigerungen von mehr als 20 Prozent aufzuweisen hatten.

Diese schönen Zeiten sind inzwischen vorüber. In der Tabelle „Deutsche Investmentfonds“ verzeichnen die internationalen Rentenfonds seit Jahresbeginn nur noch Wertbesserungen bis zu fünf Prozent. In den USA ist die Zinssenkung ins Stocken geraten, zum Teil waren die Kurse festverzinslicher Papiere dort sogar rückläufig. Das schlägt sich in den Fonds-Preisen negativ nieder.

Bei den Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Bundesrepublik liegen die Verhältnisse ähnlich. Die auf dem deutschen Kapitalmarkt zum Stillstand gekommene Zinssenkung ließ keine nennenswerten Kursgewinne mehr zu, so daß als Ertrag im wesentlichen nur die laufende Verzinsung anfiel.

Die Besitzer von Zertifikaten solcher Aktienfonds, die sich auf Anlagen in deutschen Aktien konzentrieren, kamen in den Genuß der seit Monaten an den deutschen Börsen herrschenden Aktienhausse. Einen kleinen Zipfel spürten sie davon schon 1982, ein Jahr, das für die Aktienfondssparer bereits recht günstig verlaufen war.

Im ersten Quartal des neuen Jahres warten die deutschen Aktienfonds mit Wertsteigerungen bis zu 18,1 Prozent auf. Das entspricht zwar nicht ganz dem Anstieg des Aktienindex in der gleichen Zeit. Im großen und ganzen haben die Fonds-Manager jedoch recht gut gelegen. Wenn es Unterschiede in der Wertentwicklung gegeben hat, lag dies an der Zusammensetzung der Portefeuilles und auch daran, wieviel Prozent des Fonds-Vermögens jeweils in Aktien investiert waren. Fonds-Manager, die den Mut besessen hatten, in den vergangenen Monaten trotz des Bundestagswahlrisikos mehr oder weniger voll investiert zu bleiben, können bessere Ergebnisse ausweisen als jene Fonds, bei denen dem Tempo der Aufwärtsbewegung mißtraut worden war und die vorzeitig Kursgewinne realisiert haben.

So richtig in Fahrt gekommen sind die deutschen Aktienkurse erst im März, also nach der Bundestagswahl, als auch die Ausländer das Klima für Aktienanlagen in der Bundesrepublik als günstig empfanden. Die März-Ergebnisse leisteten für die Quartal-Ergebnisse einen wesentlichen Beitrag.

Um so betrübter müssen die Besitzer von Anteilen des Cofonds und von Unispecial sein. Beide Fonds schrieben im März rote Zahlen. Beim Umspecial wird den Investmentsparern plastisch das Risiko von Branchenfonds vor Augen geführt. Der elf Jahre alte Unispecial, der lange Zeit ein Schattendasein führte, sollte durch die Umwandlung in einen Fonds für Goldminenwerte endlich zu Leben erweckt werden. Vom Absatz her scheint das auch gelungen zu sein. Nur ist der Anlageerfolg bislang ausgeblieben. Die Manager waren davon ausgegangen, daß sinkende Zinsen einen steigenden Goldpreis nach sich ziehen würden. Außerdem haben sie sich offensichtlich von den Zahlungsschwierigkeiten zahlreicher Länder Lateinamerikas eine „Flucht ins Gold“ erhofft, die jedoch nur vorübergehend war. Seitdem feststeht, daß es den vereinten Bemühungen internationaler Gremien und Banken gelingen wird, die Zahlungsbilanzprobleme durch Umschuldungsverfahren zu lösen, ist es auf dem Goldmarkt wieder ruhig geworden. In der Folge davon auch auf dem Markt für Goldminen-Aktien.