Die Augen des Partriarchen ruhen wohlgefällig auf einem für ihn jungen Mann: Der 70jährige Hans L. Merkle, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart, hat Marcus Bierich, der Ende April 57 Jahre alt wird, zu seinem Nachfolger auserkoren. An der Berufung Bierichs gibt es keine Zweifel mehr. Weil jedoch die zuständigen Gremien noch keine Beschlüsse gefaßt haben, gibt es keine Bestätigung.

Bierich steht derzeit in Diensten bei der Allianz-Versicherung, die ihn 1980 als Nachfolger des zu Flick gewechselten Klaus Götte in ihren Vorstand holte. Zuvor war Bierich Finanzvorstand der Mannesmann AG in Düsseldorf. Für den Manager dürfte es kein Problem sein, seinen Vertrag mit der Allianz vorzeitig zu lösen, denn vermutlich wird der Ende Mai tagende Aufsichtsrat grünes Licht geben. Daß die Allianz den Manager, der sich in kurzer Zeit Meriten erworben hat, ungern ziehen läßt, steht auf einem anderen Blatt.

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Die deutschen Werkzeugmaschinen-Hersteller machen weltweit von sich reden: Zum world machine tool man of the year, dem Werkzeugmaschinen-Manager des Jahres, kürte jetzt. eine amerikanische Fachzeitschrift den schwäbischen Unternehmer Berthold Leibingen. Der Manager der Trumpf GmbH in Ditzingen bei Stuttgart gilt in seiner Branche als besonders innovativ: Etwa die Hälfte des Trumpf-Umsatzes von 225 Millionen Mark wurde im letzten Geschäftsjahr mit Maschinen erzielt, die noch nicht länger als drei Jahre auf demMarkt sind.

Ein weiterer bemerkenswerter Erfolg des mittelständischen Unternehmens (1400 Mitarbeiter): Bei einem jahrlichen Umsatzplus von sechzehn Prozent hielt es seit 1972 seinen Exportanteil bei sechzig Prozent. Auf dem Exportmarkt für Werkzeugmaschinen sind die deutsehen Hersteller trotz massiver fernöstlicher Konkurrenz immer noch mit einem Anteil von 24 Prozent die Nummer eins.

Trotz zugesagter hoher Verlustzuweisungen, die steuerlich verwendbar sind, muß es schwer ge-– worden sein, Geldgeber für die Finanzierung neuer Schiffe zu finden. Das zumindest lassen die Methoden ahnen, mit denen der Hamburger Reeder und Schiffsmakler Joachim Drescher Kapitalgeber anlocken will.

Für die Taufe seines in Japan im Bau befindlichen Schiffes „Ruth Drescher“, so ließ er wissen, suche man noch eine Taufpatin. „Sie können sich vorstellen,“ schrieb Drescher, „daß es an ,Bewerbungen‘, dieses feierliche Ereignis vorzunehmen, verbunden mit einem Präsent der Werft, nicht mangelt. Es geht also darum, welche Dame die Auserwählte sein wird.“