Nun sind sie wieder zu Ende, die Zeiten ungläubigen Staunens über immer billigeres Benzin, nun verhalten sich die Preise wieder normal: Sie steigen. Drei Pfennig legte Shell als erste zu, und die anderen Ölgesellschaften folgen.

Denn in Rotterdam, wo Benzin und Diesel bisher wohlfeil waren, ist der Kraftstoff in den letzten Tagen ebenfalls teurer geworden. Die freien Tankstellen, die sich bisher dort billig eindeckten, können jetzt nicht mehr die Preise drücken. Auf den freien Ölmärkten aber wurde Sprit teurer, weil die Nachfrage stieg, vor allem die Nachfrage aus den USA. Mit der Konjunktur zieht dort jetzt auch der Verbrauch von Ölprodukten an.

Den Ölgesellschaften in der Bundesrepublik kommt die Wende in Rotterdam gerade recht. Sie hilft ihnen, die hohen Verluste beim Verkauf von Benzin und Heizöl zu mindern. Weitere Preiserhöhungen sind also programmiert.

Glücklich die Fügung, die all das im Frühsommer möglich macht. Denn wenn die Bundesbürger erst mit dem Auto in Urlaub fahren wollen, müssen sie tanken – Verbrauchszurückhaltung, die den Spritpreis wieder drücken könnte, droht also kaum. dg