Die Welt jubelte: „Positives Signal vom Arbeitsmarkt“. Die Regierung sah in den neuesten Arbeitslosenzahlen Zeichen für eine langsame Kräftigung der Wirtschaft. Und der FDP-Abgeordnete Gattermann, ein strammer Parteigänger Lambsdorffs, prophezeite frohgemut, daß die Politik des Aufschwungs im April eine weitere Entlastung auf dem Arbeitsmarkt bringen werde.

Natürlich wird Gattermann scheinbar recht behalten. Denn so sicher wie auf jeden Winter der Frühling folgt, so sicher sinken im April die Arbeitslosenzahlen, weil dann die Saisonarbeiter wieder Arbeit finden. Ist es da nicht reiner Defätismus, wenn die Frankfurter Rundschau lakonisch meldet: „Keine Wende am Arbeitsmarkt“, obwohl wir im März doch fast 150 000 Arbeitslose weniger hatten?

Nun, Gattermann hat wohl das Kleingedruckte im Arbeitsmarktbericht überlesen, die „säisonbereinigten Zahlen“, bei denen die Statistiker das jahreszeitliche Auf und Ab der Arbeitslosenzahlen herausrechnen und so den Trend ermitteln. Und diese Kurve zeigt ungebrochen nach oben – in Richtung auf mehr Arbeitslosigkeit. Wie sagt doch der Volksmund? Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber hoffen wir, daß noch mehr Schwalben kommen. hm