Die Fremdenverkehrs-Bilanz der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist positiv: 1982 stiegen die Tourismus-Einnahmen um durchschnittlich zwei Prozent.

Im vergangenen Jahr reisten genauso viele Urlauber ins Ausland wie 1981. Geändert haben sich lediglich die Besucherzahlen in verschiedenen Ländern.

In Nordamerika und in Großbritannien beispielsweise sanken die Ankünfte von Ausländern um sieben Prozent, in Jugoslawien gar um nahezu elf Prozent. Deutlich mehr Besucher kamen nach Japan (13,7 Prozent), nach Norwegen (9,7 Prozent), nach Australien und Italien (fünf Prozent).

Unter der Rubrik „Übernachtungen in Hotels“ verzeichnet die Statistik ein durchschnittliches Wachstum von zwei Prozent. Die stärksten Zuwachsraten verbuchten Japan (16,2 Prozent), Italien (9,9 Prozent) und die Niederlande (fünf Prozent).

Nur sechs Länder gaben über die Entwicklung der Übernachtungen in allen Beherbergungsarten Auskunft. Am erfolgreichsten waren Italien mit 9,7 Prozent und Dänemark mit vier Prozent mehr Übernachtungen. Deutschland hatte geringe Einbußen (minus 1,6 Prozent). Die größten Verluste mußten Jugoslawien und die Schweiz hinnehmen, sie hatten Rückgänge von 10,3 und sechs Prozent.

Trotz rückläufiger Besucher- und Übernachtungszahlen blieben die Einnahmen beider Länder stabil: Der Schweiz floß aus dem Fremdenverkehr ein Prozent mehr zu, Jugoslawien 0,7 Prozent. Noch besser kam Frankreich weg, dort übernachteten zwar 4,5 Prozent weniger Ausländer in Hotels, doch die Einnahmen stiegen um stolze 18,5 Prozent, während die Deutschlands um drei Prozent zurückgingen.

Vergleicht man die Fremdenverkehrs-Einnahmen und -Ausgaben im gesamten OECD-Raum, ergibt sich für die Bilanz ein Plus von 0,6 Prozent: Nullwachstum. „Schlimmstenfalls“ damit rechnen die OECD-Experten auch in diesem Jahr. In ihrer Studie geben sie sich vorsichtig optimistisch, obwohl sie nicht ausschließen, daß die Arbeitslosigkeit weiter steigen und Wechselkursschwankungen die Kaufkraft der Touristen beeinträchtigen könnten. Für das Jahr 1983 wird eine „steigende Binnennachfrage“ erwartet, für 1984 endlich wieder ein „ausgesprochenes Aufleben des internationalen Tourismus“. iso