Von Martina Herz

Im Februar wurde an meiner Schule ein Film des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Müll kommt uns teuer zu stehen!“ gezeigt. Unter anderem hieß es darin: „Werft leere Batterien nicht in die Tonne! Sie enthalten sehr gefährliche Stoffe wie zum Beispiel Quecksilber. Sammelt leere Batterien, jedes Elektrogeschäft wird sie gern annehmen!“

Meine 4. Klasse war von dem Film sichtlich betroffen. Darum beschlossen wir, unseren Teil zur Reinhaltung der Umwelt beizutragen. Wir richteten in der Klasse eine Sammelstelle für leere Batterien ein. Nach kurzer Zeit hatten wir eine Tragetüte mit leeren Batterien (aus Spielzeugautos, Cassettenrecordern, Puppen, Rechnern u. ä.) zusammen.

Von einer Ahnung gewarnt, beschloß ich, den ersten Gang zum Elektrogeschäft selbst zu tun. Der Kauf einer wiederaufladbaren Batterie (Kostenpunkt: 30 Mark) sollte die Verkäuferin von Elektro Zimmerly in Neusäß auf mein Ansinnen etwas einstimmen. Die Verkäuferin bedauerte: Solche Batterien habe sie nicht vorrätig. Daraufhin zeigte ich ihr meine gesammelten Batterien, erzählte ihr vom Projekt meiner Klasse und fragte, ob sie die Sammlung annehme. „Nein“, war die knappe, aber genaue Antwort. Entschuldigend erklärte sie, daß sie den Batterienvertreter schon mehrmals um eine Sammelbox für ihr Geschäft gebeten habe, ohne Erfolg. Ich fragte weiter, ob ich die Tüte trotzdem hierlassen könne. Ja, das dürfe ich. „Und was geschieht dann damit?“ – „Wir werfen sie halt in die Tonne.“

Nächster Schritt: Ich fuhr mit meiner Tüte nach Hause und machte es mir vor dem Telephon bequem. Die gelben Seiten gaben mir zuerst die Nummer von Radio Tess, Augsburg. Ein Herr am Telephon: „Wir nehmen leere Batterien an, aber nur, wenn sie bei uns gekauft wurden. Denn das Zurückschicken kostet was, und da könnte ja jeder kommen und seine alten Batterien abgeben.“

Mein nächster Anruf bei der Elektro-Firma Saxenhammer ergab überhaupt nichts: Saxenhammer verkauft nur Großgeräte, um Batterien kümmert sie sich nicht, so die Dame am Telephon. „Jetzt ruf’ ich bei Varta an, die müßten ja wissen, wohin mit der Tüte“, dachte ich voller Hoffnung. Aber: Die Varta Batterie AG, Verkaufsbüro Augsburg, nimmt selbst keine leeren Batterien an. Wer sonst? Nicht bekannt. Dafür erfuhr ich, daß es Quecksilber-Batterien gibt (wie in Photoapparaten oder Rechnern) und Braunstein-Batterien. Aber was Braunstein ist, konnte mir dort niemand erklären, und was mit den zur Firma zurückgeschickten Quecksilber-Batterien geschieht, war auch unbekannt. Braunstein jedoch dürfe, da es kein Gesetz dagegen gebe, einfach weggeworfen werden. Ich fragte, ob der oder das unbekannte Braunstein umweltbelastend sei. Die Antwort war: „Die Regierung hat da kein Gesetz.“

Alte Batterien, so meine neue Überlegung, sind Müll, besser Sondermüll. Leider war die Sondermüll-Nummer aus dem Telephonbuch nur die eines Fuhrunternehmens, das mir jederzeit gern für 200 Mark einen Container vor die Schule stellt und ihn dann wieder abholt. Die Dame konnte mein Batterie-Problem auch nicht lösen, aber die Stadt habe doch eine Müllabfuhr; und der gesammelte Sondermüll wird halt in die Donauwörther Straße zur „Gesellschaft zur Beseitigung von Sondermüll in Bayern“ (GSB) gefahren.