Wegen der brutalen Unterdrückung der Opposition ans dem Stamm der Matabele muß sich die Regierung von Zimbabwe rechtfertigen. Sie verweist auf die internationale Dimension des internen Konflikts.

Die Äußerungen von Ministerpräsident Robert Mugabe lassen aufhorchen: „Wenn Männer und Frauen den Dissidenten zu essen geben, werden unsere Soldaten kommen und sie ausmerzen.“ Bisher hatte sich seine Regierung standhaft geweigert, die seit Februar dieses Jahres unter den Matabele verübten Massaker zu bestätigen. Laut Verteidigungsminister Sekeramayi wurde die ausschließlich aus dem Mehrheitsvolk der Schona rekrutierte Spezialeinheit zum Schutz der Bevölkerung gegen Dissidenten nach Matabeleland geschickt. Nun spricht Mugabe statt von Schutz von Krieg: „Wir können uns nicht aussuchen, wen wir in dieser Art von Krieg bekämpfen, weil wir nicht sagen können, wer ein Dissident ist und wer nicht.“

Völlig im politischen Abseits ist seit seiner Flucht nach London der Matabeleführer Joshua Nkomo.

Die Auseinandersetzungen nehmen immer mehr die Form eines Bürgerkrieges an. Die politische Partei Nkomos, die Zapu, neigt auch nach der Flucht des Chefs zu einer Annäherung an die Regierungspartei Zanu, während die Zipra, vor der Unabhängigkeit militärischer Flügel der Zapu, in den Untergrund gegangen ist.

Als Geldgeber und Waffenlieferanten der Aufständischen kommt paradoxerweise sowohl die Republik Südafrika in Frage, der an einer Destabilisierung der Regierung Mugabes gelegen ist, als auch die Sowjetunion, die schon während des Unabhängigkeitskampfes auf Nkomo gesetzt hatte.

Angesichts internationaler Kritik kann sich Mugabe darum leicht als prowestlicher Staatsmann zu erkennen geben. Ein kürzlich in der Hauptstadt Harare eröffneter Prozeß gegen den Zipra-Geheimdienstchef Dumis Dabengwa liefert die willkommene Rechtfertigung für das harte Durchgreifen gegen die Matabele: Der Angeklagte gibt zu, kurz vor der Unabhängigkeit im April 1980 den KGB um Waffen gebeten zu haben – für den eventuellen Bürgerkrieg gegen Mugabes Leute. I.T.