Auch die schon Anwesenden wissen sich effektvoll einzubringen. Wer sind diese Leute? Wer führt den nach außen hin so lautlosen Dialog? Die meisten Länder haben ihren Chuck Meissner. Manche Staaten beauftragen den ständigen Vertreter in Genf, andere – wie die Bundesrepublik oder Frankreich – schicken einen Mann aus der Zentrale, einen in der Sache wie in der Diplomatie erfahrenen Beamten.

Für Deutschland reist Hans Günter Sulimma, reist zu den Sitzungen der Hochrangigen Nord-Süd-Gruppe bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel, reist zur OECD nach Paris, zur UNCTAD nach Genf, reist nach Nairobi oder New York. Er hat den Rang eines Ministerialdirigenten und trägt den schönen Titel des „Botschafters zur besonderen Verwendung“. Hans Günter Sulimma ist ein eleganter und redegewandter Endvierziger. Die diplomatische Form, das schiere Metier, beherrscht er perfekt. Er repräsentiert zudem den Sachverstand und das politische Gespür des modernen Spitzenbeamten.

Aus dem gleichen Holz sind viele, die in diesem Diplomaten-Dialog mitreden. Auch Denis Bauchard, der Franzose, bleibt niemandem eine Antwort oder eine geschliffene Formulierung schuldig. Bauchard, Brillenträger, schlank, schmal, blaß, kann nicht verbergen, daß er von einer der Eliteschulen kommt, wo die „Grande Nation“ ihre bedeutenden Administratoren und erfolgreichen Politiker heranzieht. Ein Musterschüler ist er – etwas arrogant, sehr zurückhaltend.

Wenn Bauchard ins Klischee des Zöglings der Ecole Nationale Superieure paßt, so enspricht Sergio Catani, der Italiener, der gängigen Vorstellung vom geschmeidigen Südländer. Gleich Sulimma und Bauchard ist er ein Mann aus der Zentrale, aus dem Außenministerium. Ein Römer, und was für einer: mit Glutaugen und einem leidenschaftlichen Beben in der Stimme. Die anderen haben sich auf einen langen Prozeß des Wandels eingestellt. Sergio Catani will die Welt sofort verändern.