In fingierten Dreiecksgeschäften über die Schweiz wurden Leistungen in einer Weise verrechnet, daß dem britischen Teilnehmer undeklarierte Devisen im Ausland anfielen, ein Ausländer dafür relativ billige Pfunde in Großbritannien erhielt, ob für den Kauf von Antiquitäten, den Erwerb von Immobilien oder nur für einen Aufenthalt.

Fachleute entwickelten ein ausgeklügeltes System zum Erschwindeln der Investment-Dollar-Prämie, die lange Zeit um fünfzig Prozent über dem offiziellen Wechselkurs stand. Man brauchte dafür eine Bescheinigung, daß bestimmte Devisenbeträge prämienwürdig sind, d. h. aus dem Verkauf von Aktien an der Wall Street oder eines Hauses in Spanien stammen. Tausende von Banken, Rechtsanwälten und Börsenmaklern waren berechtigt, diese Bescheinigungen auszustellen. Nicht alle waren über jeden Verdacht erhaben. Einmal gelang es den Prämienschwindlern, bis in die Kontrollstelle selbst vorzustoßen. Ein Angestellter der Bank von England, der offenbar mit seinem Gehalt nicht auskam, ließ sich umgarnen. Der Ring flog auf, und der Kontrolleur erhielt vier Jahre Gefängnis.

Am unangenehmsten für das Publikum waren die Devisenbeschränkungen für Auslandsreisen. Die Summe war limitiert und mußte in den Paß eingetragen werden. Pauschalreisen erhielten Auftrieb, da die Kosten für den Transport in britischen Flugzeugen in Sterling anfielen, also das Devisenkontingent nicht minderten.

Die Unternehmer mußten für jede Direktinvestition im Ausland, die mit Devisentransfer verbunden war, eine Genehmigung einholen. Die Restriktionen regten die Kreditaufnahme im Ausland an, und das sollten sie auch. Ein sogenannter Investment-Währungspool entstand. Diese Erfindung schuf einen Markt außerhalb des offiziellen Marktes. Der Pool wurde aus den Erlösen gespeist die anfielen, wenn Briten ausländische Aktien, Beteiligungen oder Immobilien verkauften. Wer im Ausland investieren wollte, mußte die Dollars, Mark oder Peseten auf diesem Markt kaufen. Das Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage führte normalerweise zu einer beachtlichen Prämie,

Auch Politiker sind nur begrenzt lernfähig. Trotz der Erfahrungen mit den Umgehungen verspricht die Labour-Party, erzürnt über den hohen Kapitalexport der Gegenwart, die Wiedereinführung von Devisenbeschränkungen, falls sie an die Regierung kommt.

Hans-Hagen Bremer,

Friedhelm Gröteke,

Wilfried Kratz