Bobby ist Monsterfan: Seine Schulhefte sind ollgekritzelt mit prähistorischen Skeletten, und auf dem Schulweg phantasiert er vom Pteradactylus, Iguanodon, vom Styracosaurus und dem Protoceratops. Bobbys Geburtstagskuchen ist ein Brontosaurus aus Teig mit acht Kerzen auf dem kleinen Kopf. Während Bobby den Kuchen anschneidet, preßt er die Augen zu und wünscht sich mit der Suggestion eines hoffnungsfrohen Monsterfans, der "Bronto tat echt leben".

Tut er dann auch. Die Katastrophe – zunächst noch ganz handlich – hoppelt auf die verdutzte Familie zu. Vater will die Polizei holen, Mutter quiekt etwas hysterisch, und Bobby, prähistorischer Experte, stopft das Drachenechslein voll mit Erdnußbutter. Damit beginnt das unheimliche, unaufhaltsame, gigantische Wachstum des kleinen Bronto. Die Familie verfolgt es mit Entsetzen, Bobby ist entzückt Bürgermeister, Polizei und Lokalverwaltung vermarkten den Bronto, als er nicht mehr in die Garage paßt, zur Touristen-Attraktion und verschleppen ihn in den Zoo. Da ist er immerhin schon sieben Meter hoch und zehn Meter lang. Und Bronto ist in seinem eisernen Gefängnis natürlich todunglücklich. Weil Bobby den Bronto liebt, leidet er mit ihm. Wunderbarerweise gibt es ja wenigstens in Bilderbüchern noch Gerechtigkeit.

So passiert also das Undenkbare: Der Bronto brennt durch, Polizei und Bürgermeister drehn durch. Bobbys vorsintflutlicher Freund bleibt trotz einer Kopf-Prämie von 2000 Pfund verschollen. Bis eines Nachts das treuherzige Fossil vor Sehnsucht in Bobbys Garten trapst, und weil es zwar einen kleinen Kopf, aber doch genug Verstand darin hat, haut es in der Morgendämmerung nach einem schönen, ernsten Gespräch mit Bobby wieder ab.

Bobby feixt dem Bürgermeister ins Gesicht, daß er zwar weiß, wo Bronto steckt, aber auf die Verrat- und Lumpen-Prämie pfeift.

An ganz geheimen Plätzen, in violett-nachtblauen Landschaften von prähistorischer Schönheit treffen sich Bobby und Bronto. Verstohlen und glücklich.

"Es ist sinnnlos, sie zu suchen."

So weit ist es also gekommen: die Glückswelten der Kinder retten sich ins Mesozoikum. Hundertdreißig Millionen Jahre trennen Bobby von der eiskalten, habgierigen Kommerz-Welt der Gegenwart. Parabel, Satire, prähistorischer Traum: Robert McCrumb erzählt witzig, unverbissen, ironisch distanziert, und Foreman, der Illustrator, hat die dinosaurische Fabel humorvoll paraphrasiert –