Daß das Deutsch unserer Fluggesellschaften, zumal der alliierten in Berlin, stets vom Absturz bedroht ist, beunruhigt mich beim Fliegen nicht sonderlich, da ja die Flugsicherheit auf Englisch gewährleistet wird. Insofern lasse ich mir, zum Beispiel, auch die Aufforderung gefallen, meinen Sitz, als wäre es ein zermürbter und niedergeschlagener Mensch, "in eine aufrechte Position zu bringen", und ich habe mich sogar daran gewöhnt, daß die Stewardessen, die soeben mit mir aus Berlin gekommen sind, mich nach der Landung, sei’s in München, Frankfurt, oder Düsseldorf, willkommen heißen, als wenn sie mich dort erwartet hätten.

Ich nehme an, daß so windiger Sprachgebrauch sich nicht nachteilig auf die Aerodynamik auswirkt, wenn ich auch oft versucht bin, nach solchen Unsäglichkeiten vorzeitig die Sauerstoffmasken herabzuholen, die über den Sitzen auf den Notfall warten. Noch aber überwiegt, im Zweifelsfall, die Flugangst die Sprachangst, und die Freude über eine geglückte weiche Landung ist größer als der Ärger über einen usurpierten Willkommensgruß.

Zum erstenmal habe ich jetzt einen Wörterschreck erlebt, der die Unbehaglichkeit beim Fliegen zur Arabeske werden ließ. Es geschah bei einem Rundgang durch die Wandelhalle des Flughafens Tegel, und der Schock hätte nicht größer sein können, wenn man dort eine Wand mit Hakenkreuzen oder SS-Runen beschmiert hätte. Er traf mich um so härter, als er von der BA kam, der trefflichen Gesellschaft British Airways. Da stand, auf einem elegant gedruckten Plakat, unter Glas:

Sie fliegen oft.

Verdienen Sie da nicht eine kleine Sonderbehandlung?

CLUB

Eine kleine Sonderbehandlung – das ist nett gemeint, als bevorzugte Bedienung, privilegierte Abfertigung, mit einem Extra-Warteraum, einem Glas Sekt vielleicht, und gewiß bleibt einem die Gepäck-Schlange vor dem Abflug erspart.