Entwurf für eine globale Strategie

Von C. Fred Bergsten und Lawrence R. Klein

Vier große Probleme quälen die Weltwirtschaft. Die Arbeitslosigkeit bleibt auf Nachkriegshöchststand und wird selbst nach den optimistischsten der gängigen Aufschwungs-Szenarios nur sehr langsam zurückgehen. Die internationale Verschuldungskrise liegt drohend über der Bankenszene und behindert die Erholung. Das Welthandelssystem zerfällt, weil sich neue Importhindernisse und Exportsubventionen immer mehr ausbreiten. Falsche Wechselkurse haben ein langes Leben, zerstören wirtschaftliche Strukturen und verstärken den protektionistischen Druck besonders in den Vereinigten Staaten.

Es hat sich also wenig verändert, seit Helmut Schmidt vor zwei Monaten so eindringlich beschrieb, daß die Weltwirtschaft auf dem Spiele stehe. Es gab absolut kein Echo auf seinen Ruf nach "einer gemeinsamen politischen Offensive" in den größeren Ländern oder gar eine Manifestation der amerikanischen Führungskraft, um "die Gefahr abzuwenden, daß wir in eine lange dauernde Depression abrutschen".

Tatsächlich scheint die Neigung kleiner zu sein als früher, solchen Rezepten zu folgen. Die bescheidenen Zeichen eines Aufschwungs in Amerika, Deutschland und Großbritannien haben anscheinend die meisten Initiativen für neue nationale Maßnahmen zur wirtschaftlichen Belebung in den Hintergrund treten lassen, von einem koordinierten internationalen Vorgehen ganz zu schweigen.

Der Erfolg der Sofortmaßnahmen, die ergriffen wurden, um mit der ersten Welle der Verschuldungskrise fertig zu werden, scheint die Zuversicht beflügelt zu haben, daß auf diesem Felde das Schlimmste hinter uns liege. Alle Regierungen scheinen zufrieden, wenn nicht begeistert zu sein über ad toc-Maßnahmen, mit denen sie die Außenhandelsprobleme der Reihe nach angingen (obwohl in jedem Einzelfall ein Stück Freihandel geopfert wurde). Und die US-Regierung hat nun durch Martin Feldstein verkündet, daß die deutliche Überbewertung des Dollars – das ernsteste aller Währungsprobleme – unter den gegenwärtigen Umständen wünschenswert sei und uns "für mehrere Jahre begleiten wird".

Es gibt vier mögliche Erklärungen für diesen Stand der Dinge. Die erste ist, daß die Beamten in aller Welt wirklich glauben, daß eine dauerhafte Erholung unter den gegenwärtigen Umständen und mit der gegenwärtigen Politik möglich sei. Die Ölpreissenkung, die vielleicht noch weitergehen wird, ist dabei sicher hilfreich. Das gilt auch für die Verschlechterung der Leistungsbilanz in den USA und den Ölexportländern, die zwischen 1981 und 1983 zusammengenommen 150 Milliarden Dollar ausmachen wird.