Apropos Rad: Das Rad zählt zu den wichtigsten Erfindungen des Menschen. Doch wie ist es erfunden worden? Darüber streiten sich die Experten noch heute. In der März-Ausgabe des französischen Forschungsmagazins La Recherche hat Mary Aitken Littauer gerade eine neue Hypothese vorgestellt.

Ihrzufolge geschah der Schritt zum Fahren vor über fünftausend Jahren in Mesopotamien und blieb einzigartig auf der Welt. Die Mesopotamier schoben ihre Lasten auf Plattformen umher, unter denen bewegliche Walzen hinwegglitten. Um die Rollen nicht immer wieder vom Ende der Trageflächen unter die Vorderseite legen zu müssen, versahen die Transporteure die Plattformen mit Einbuchtungen, die die Walzen fixierten. Daraus, vermutet Mary Littauer, seien später Räder und Achsen entstanden. Die ersten Fahrzeuge hätten also vier Räder gehabt.

Von einer Zweirad-Theorie hält die Autorin nichts: Solche Vehikel sollen auf Transportschleppen zurückgehen, wie sie Menschen oder Tiere hinter sich herzogen. In den weichen Sanden des Mittleren Ostens seien sie freilich nicht verwendet worden. Und wo sie gebraucht wurden, in Amerika von den Ureinwohnern, ist das Rad nicht erfunden worden.

Ulrich Stock