DIE ZEIT

Glückwunsch

Mit 26 Medizinstudenten hat am Südrand des Ruhrgebiets die erste private und privat finanzierte Hochschule der Bundesrepublik den Studienbetrieb aufgenommen.

Den Worten müssen jetzt die Taten folgen

Bonner Regierungserklärungen sind selten Hervorbringungen literarischen Rangs gewesen. Auch politisch waren sie, ausgenommen Willy Brandts Antrittsrede von 1969, nie sonderlich bedeutsam – große Worte wie bei Erhard, aus denen nichts wurde, oder lahme Ministerialrats-Punktationen, die das staatsmännische Wollen im bürokratischen Wust erstickten.

Mai-Legenden

Wird Frankreich ein Opfer seiner Legenden? Der Mai 1983, so prophezeit mancher in schönem Wunschdenken, werde "so heiß wie der Mai ’68".

Ohne Chance?

Alle reden vom Waldsterben, aber die große Chance, wirklich etwas dagegen zu tun, hat der Bundesrat in der vorigen Woche, verstreichen lassen.

Falsches Schema

Konziliant im Ton, aber unmißverständlich hart in der Sache hat Präsident Reagan in der vorigen Woche seine Mittelamerika-Politik vor beiden Häusern des Kongresses vertreten: "Die nationale Sicherheit Gesamt-Amerikas steht auf dem Spiel.

US-Außenminister in Nahost: Brandmeister zwischen vielen Feuern

Hautnah wurde Amerikas 60. Außenminister, dem seit Juni 1982 amtierenden George Shultz, seine erste Nahost-Lektion zuteil: Nach anstrengenden, stundenlangen Verhandlungen mit dem libanesischen Staatspräsidenten Amin Gemayel, genoß er seinen wohlverdienten Schlaf in der Beiruter Residenz des US-Botschafters.

Worte der Woche

"Wenn unsere politischen Beziehungen zu anderen Regierungen von den Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten abhingen, dann hätten wir wohl bald keine Verbindungen mehr zu großen Teilen der Welt.

Zeitspiegel

Vor zwei Jahren starb das erste Opfer der Speiseölvergiftung, an der im Mai und Juni 1981 über 20 000 Spanier erkrankten. Bis heute sind 339 Tote zu beklagen; mehrere tausend Menschen befinden sich mit schweren psychischen und physischen Schäden immer noch in Behandlung.

Europa-Parlament: Endlich ein großer Auftritt

Es ging um die Arbeitslosigkeit. Das Thema bot sich an für eine Sondersitzung des Europa-Parlaments, weil bei mehr als zwölf Millionen Arbeitslosen innerhalb der Gemeinschaft – das sind elf Prozent, Tendenz steigend – keine Regierung eines Mitgliedsstaates sich taub stellen kann.

Helmut Schmidt ist seit dem 1. Mai Mitherausgeber der ZEIT. Heute meldet er sich zu Wort mit einem Plädoyer für ein gemeinsames Konzept des Westens.: Der Westen ist nicht schwach

Auch wenn der Krieg um die Falkland/Malvinas-Inseln manchem Politiker und Zeitungsleser in Amerika und Europa dies zeitweilig verdunkelt haben mag, auch wenn die jahrelangen Neu-Verhandlungen über Englands Rolle und Bedingungen in der Europäischen Gemeinschaft dies oft genug vergessen lassen, so ist es gleichwohl wahr: Der wichtigste Beitrag Englands zur Atlantischen Gemeinschaft bleibt seine politische Kontinuität, seine internationale Erfahrung, seine Einsicht in Gleichgewichtspolitik und deren Erfordernisse, sein common sense.

Die Diskussion in der Berliner Szene: Ein Naturrecht auf Widerstand?

Die Berliner "Alternative Liste" (AL) diskutierte über ihr Verhältnis zur Gewalt und das lief genauso ab, wie es sich die Politiker der anderen Parteien in ihren grünlichen Alpträumen ausmalen: Draußen, auf dem Gang, wickelte eine Frau unentwegt ihre mitgebrachten Kleinkinder; drinnen, im Saale, wurde gezankt und gestritten und dann wieder herzlich gelacht.

Erst drucken, dann prüfen

Ein Gutes hat der Rummel um die angeblichen Tagebücher Adolf Hitlers nach anderthalb Wochen doch bewirkt: Die Chefredaktion des stern, der in dieser Woche seinen Lesern neue Faksimile-Schriftproben des Nazi-Diktators auftischt, und das Management des Verlagshauses Gruner + Jahr sind nachdenklich geworden und haben auf die massive Kritik von Historikern, Publizisten und Politikern aus dem In- und Ausland reagiert Seit Dienstag werden vom Bundeskriminalamt, das per Amtshilfe für das Bundesarchiv tätig ist, mehrere Kladden aus der Hitler-Kiste nach allen Regeln moderner kriminaltechnischer Kunst geprüft.

Unruhige Welle

Entsetzliche Predigten" seien die des Kardinalprimas Glemp – so urteilte aus bequemer Distanz Kultura, die Pariser Zeitschrift der polnischen Emigration, und behauptete, es gebe einen geheimen Kuhhandel zwischen Kirche und Partei, um die Papstreise nach Polen zu ermöglichen.

Vereinigte Staaten: Beifall für Reagan

Die europäische Sicht der zentralamerikanischen Konflikte und der kritische Blick der Europäer auf die nordamerikanischen Lösungsversuche sollten niemanden darüber hinwegtäuschen, daß Präsident Reagan für seine Rede zu El Salvador und Nicaragua in den USA viel Lob geerntet hat.

Kanada: Der stille Partner

Der jetzt stattfindende Staatsbesuch aus Ottawa dürfte daran wenig ändern. Kanadas Generalgouverneur Edward ("Ed") Schreyer, Nachfahre deutschstämmiger Siedler in der Ukraine, erwidert – nach einem guten Vierteljahrhundert – einen Kanada-Besuch von Theodor Heuss.

Ein Neonazi im Wortlaut

Wenige Monate nach seiner Haftentlassung formiert der Neonazi-Führer Michael Kühnen seine Anhänger zum Kampf gegen die Demokratie.

,,Die Chancen stehen eins zu tausend"

Ein polnischer General füttert ein Kind mit den Worten: "Iß den Brei, sonst wird der Papst nicht kommen." So sah die Karikatur einer französischen Kirchenzeitung die Lage vor dem 1.

Transitreisen: Unverständnis in der DDR

Was das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajewo war, sei nun der Herztod eines Transitreisenden in Drewitz, sagte ein Ostberliner Bekannter, ein willkommener Anlaß nämlich, um loszuschlagen.

Angetippt

Bevor Oberstudienrat Dr. B. die Grünen wählte, mußte ihn die Erinnerung überwältigt haben. Ja, 1930 war er Wandervogel geworden, dann Werkstudent.

Gerichtsurteil: Niemals gutbürgerlich

Studenten zählten zu den eifrigsten Besuchern des Lokals, nun besucht es niemand mehr: Die Kieler Gaststätte "Kaiser Friedrich" wurde vom Kieler Landgericht geschlossen, weil Gäste, Speisekarte und Einrichtung nicht gutbürgerlich" waren.

Nun investiert mal schön?

Natürlich versucht der Kanzler in seiner Regierungserklärung amtlichen Optimismus zu verbreiten. Aber tut seine Regierung auch alles, um die so lange avisierte "Wende" nun auch tatkräftig einzuleiten – oder gerät sie im Geflecht der Interessen schon jetzt ins Stolpern? Dieser und jener Industriezweig meldet Zeichen des Aufschwungs – aber wichtige Branchen sehen noch keine grundsätzliche Verbesserung ihrer tristen Lage.

Krankheitskosten: Teures Rezept

Bislang konnte man den Krankenkassen, den privaten wie den gesetzlichen, ihre laute Klage über die steigenden Kosten im Gesundheitswesen glauben.

Der Sanierer von morgen

Der VW-Konzern steckt in den roten Zahlen; die Aktionäre müssen für 1982 auf eine Dividende verzichten; der erste Platz unter den deutschen Autokonzernen, gemessen am Umsatz, muß für Daimler-Benz geräumt werden – fürwahr, die Lage in Wolfsburg ist, ein gutes Jahr nach dem Amtsantritt von Carl H.

Bonner Kulisse

Zur politischen Wende gehört, in Bonn wie auch anderenorts, ein Revirement des Personals. Zwar hat es davon schon einiges gegeben, seit Helmut Kohl am 1.

Großes Erbe

Große Unternehmer werden hierzulande kritisch beobachtet – wollen diese Fremdlinge gar am Buch- und Zeitungs-Geschäft teilhaben, geraten sie in den Blick der gnadenlosen Feuilletonisten.

Mark-Schwäche: Unter Druck

Der Dollar ist noch immer sehr fest. Sein Kurs läßt sich auch durch Dollarverkäufe auf den Devisenmärkten nicht drücken, darüber waren sich die Finanzminister und Notenbankpräsidenten aus den sieben Gipfelländern einig, die sich am letzten Wochenende zur Vorbereitung des Weltwirtschaftsgipfels in Washington getroffen haben.

Das Regensburger Bauerntheater

Bayerische Bauern sind in Goldgräberstimmung: Die Bayerischen Motoren Werke (BMW) wollen bei Regensburg eine neue Fabrik bauen – und da möchten einige Landwirte in der Oberpfalz ganz groß verdienen.

Aufstand der französischen Bauern: In die eigene Falle getappt

Es war wie ein Volksfest. Auf der weiten Rasenfläche vor dem Invalidendom in Paris lagerten am Dienstag letzter Woche junge bretonische Bauern, verzehrten in aller Ruhe ihre belegten Brote und lauschten den improvisierten Reden ihrer wortgewandten Kollegen.

MANAGER UND MÄRKTE

Dies berichtet jedoch nicht irgendeine Aktiengesellschaft, dies berichtet AEG-Telefunken – und die ist im Vergleich, kämpft ums Überleben.

ZEITRAFFER

Im April hat sich der Preisauftrieb in der Bundesrepublik weiter abgeschwächt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verteuerte sich die Lebenshaltung aller privaten Haushalte um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weiter Öl sparen

ZEIT: Ihre Agentur hatte vor einigen Monaten für Mitte der 80er Jahre einen neuen Ölschock vorausgesagt. Nach den Preiseinbrüchen beim Rohöl hat sich der Weltmarkt nun erheblich entspannt.

Der fatale Erfolg

Unter dem fröhlichen Slogan "Gut gelaunt genießen" preist der Hamburger Zigarettenkonzern BAT in Anzeigen seine Spitzenmarke HB.

Die Krise ist beherrschbar

Vier große Probleme quälen die Weltwirtschaft. Die Arbeitslosigkeit bleibt auf Nachkriegshöchststand und wird selbst nach den optimistischsten der gängigen Aufschwungs-Szenarios nur sehr langsam zurückgehen.

Reifenmarkt: Probleme mit den Pneus

Im Schatten der Autokrise ist es auch der Reifenindustrie 1982 schlechtgegangen. Die Konzerne Michelin und Dunlop melden Riesenverluste und auch Pirelli hat zwar weltweit noch etwas verdient, aber in Europa draufgezahlt.

Atomstrom weniger attraktiv

Für die Lobby der Atomenergie ist Frankreich immer noch ein Nuklear-Traumland – "nicht weil die Franzosen träumen", wie ein Sprecher der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke in Essen kürzlich meinte, "sondern weil sie handeln".

Zeit spart Geld

Im Prozeß gegen den Anlagepromotor Greichgauer, dem vorgeworfen wird, seine Kunden beim Erwerb von Immobilien in den USA betrogen zu haben, kristallisieren sich nach Beobachtungen der USA-Immobilien-Analyse, Bad Homburg, Fehler heraus, die oftmals von Käufern amerikanischer Immobilien gemacht werden.

Börsen-Report: Erste Duschen

Die Stimmung in den Börsensälen ist nachdenklicher geworden. Dafür haben die teilweise empfindlichen Kursrückschläge am Beginn dieser Woche gesorgt.

Kreditwirtschaft: Ein Herz für Sparkassen

Ohne Trost sind die Vertreter der Sparkassen nach dem Deutschen Sparkassentag 1983 wieder auseinander gegangen. Sie müssen ihre Wunden pflegen, die ihnen auf dem Verbandstag in Frankfurt geschlagen wurden.

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