Wer läuft, hat mehr vom Leben. Wieviel, darüber legt uns die Wissenschaft neue Zahlen vor.

Unser Heil liegt im Laufschritt. Im Laufschritt werden Dicke dünner, Müde munter, Raucher zu Nichtrauchern und Säufer abstinent. Laufen macht den Körper fit, laufend kommt auch die Seele auf die Beine: Laufen macht Laune, macht Stimmung, macht frei – von Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden.

Laufen, Langlaufen ist gesund. Das sollten wir nun wissen. Trimm-Trab, Trimm-Trab schallt’s aus dem Wald. Wer bis zu dieser Biegung der Erkenntnis noch nicht eingeschwenkt ist auf den Pfad der Ertüchtigung, dem ist möglicherweise nicht mehr zu helfen. An einem letzten Versuch der Bekehrung soll es aber nicht fehlen.

Deshalb sei hier eine Information aus dem Pressedienst des Deutschen Verbandes Langlaufender Ärzte weitergegeben, die geeignet erscheint, auch den letzten Zweifler in die Laufschuhe zu zwingen. Im Interesse der Sache reißen wir sie ausnahmsweise hemmungslos aus dem seriösen Zusammenhang. Alle, die schon auf dem laufenden sind, mögen den rechten Gebrauch davon machen.

Auf Seite zehn seines Pressedienstes läßt der Deutsche Verband Langlaufender Ärzte (so heißt er nun mal) wissen: "Laufen macht ruhiger." Doch dies ist – die Katecholamine im Blut mögen verzeihen – nur die pfiffige Einführung zur eigentlichen Überraschung, die den Kandidaten im Trimm-Trab auf Seite elf erwartet. Dort wird ihm, oh vielfältige segensreiche Wirkung des Laufens, im Gegenteil eine gewisse innere Unruhe verheißen. Sagen wir es direkt und ohne Umschweife: Laufen regt – jawohl, nun ja – das sexuelle Verlangen an.

Seit längerem gehegte Vermutungen in dieser Richtung erweisen sich damit als richtig. Wer bislang dazu neigte, Aufkleber der Marke Runner make better lovers für bloße Wadenprotzerei zu halten, muß sich eines Besseren belehren lassen. Denn: Wo man bislang auf Vermutungen verwiesen war, gibt es nun Zahlen.

Jim White, Direktor eines Sportinstituts in San Diego, hat sie beschafft. 115 Testpersonen mittleren Alters unterzog er einem neunmonatigen aerobischen Laufprogramm. Nach Abschluß des Versuches, nach Auswertung aller Daten und aller einschlägigen Tagebuchaufzeichnungen wußte Jim White es ganz genau, und so wissen nun auch wir es ganz genau: Von 4,3mal auf fünfmal nachher wuchs im Wochendurchschnitt das Bedürfnis des Langstreckenläufers nach dem Austausch von Zärtlichkeiten; Geschlechtsverkehr, vor Beginn des aerobischen Übungsprogramms 2,29mal pro Woche üblich, wünschte die aerobictrainierte Testperson am Ende 3,1mal.