Die Landesversicherungsanstalt Westfalen weist Kurwillige auf die Ausnahmen hin, die es bei der am 1. Januar 1983 in Kraft getretenen Gesetzesregelung zur Eigenbeteiligung bei Kuren gibt.

Diese Beteiligung an den Kurkosten in Hohe von zehn Mark betrifft in erster Linie die Versicherten, die auch während der Kur ihr volles Gehalt ausbezahlt bekommen. Auf keinen Fall etwas zahlen müssen beispielsweise Kurnehmer, wenn sie nur ein Übergangsgeld beziehen, das (je nach Familienstand) nur noch 75 beziehungsweise 90 Prozent des letzten Gehaltes beträgt. Das gleiche gilt auch für Empfänger von Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Sozialhilfe. Ebenfalls befreit von der Kur-Eigenbeteiligung ist, wer innerhalb des laufenden Kalenderjahres schon einmal bei einer Kur zugezahlt hat.

Wer noch keine achtzehn Jahre alt ist, aber trotzdem schon Krankenkassenbeiträge zu zahlen hat, braucht für die zehn Mark Eigenbeteiligung für eine Kur nicht zusätzlich aufzukommen.

Nur fünf Mark pro Tag (höchstens aber 70 Mark pro Kalenderjahr) werden zusätzlich kassiert, wenn die Kurbehandlung mit einer Krankenhauspflege zu vergleichen ist oder sich daran anschließt (Anschlußheilbehandlung, Tuberkulose- oder Suchtheilbehandlung zum Beispiel). Dabei wird angerechnet, was vorher schon für eine Krankenhausbehandlung zugezahlt wurde.

Der Deutsche Bäderverband appelliert – aus verständlichem Eigeninteresse – aufs Eindringlichste an die Versicherten, wegen der zusätzlichen Kosten auf keinen Fall eine notwendige Kur zu verschieben oder abzusagen.

Hella Leißner