Die Hausse auf dem Aktienmarkt wird vielen Aktienbesitzern "unheimlich". Aus Furcht vor einem Rückschlag werden Kursgewinne realisiert. Aber dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Geld?

Noch sind die meisten Wertpapierexperten optimistisch. Sie sagen einen weiteren Anstieg der deutschen Aktienkurse um 15 bis 20 Prozent voraus. Gleichwohl hat die Hausse inzwischen gefährliche Züge angenommen. Nicht jedes Papier, das steigt, verdient auch eine höhere Bewertung. Auf der Suche nach "zurückgebliebenen Aktien" werden zunehmend Aktien "zweiter Wahl" entdeckt.

Für die Besitzer, die seit Jahren auf solchen Titeln festsitzen, ist das die lang ersehnte Möglichkeit, sich endlich von diesen Papieren zu manierlichen Kursen verabschieden zu können. Dann taucht sofort die Frage auf: Was mit dem Erlös anfangen? Mit diesem Problem plagen sich auch andere Sparer. Ihnen fehlt der Mut, jetzt noch auf den fahrenden Hausse-Zug aufzuspringen. Wegen der berechtigten Furcht vor einem Wiederanstieg der Zinsen – möglicherweise schon im nächsten Jahr – ist der Erwerb festverzinslicher Papiere nicht gerade verlockend.

Es wird Ausschau nach kursgesicherten Anlagen gehalten. Dazu bieten sich die verschiedenen Sparbrief-Typen einschließlich der Bundesschatzbriefe an. Andere Sparer halten ihre Gelder liquide, um bei einem möglichen Rückschlag am Aktienmarkt zugreifen zu können. Diese Neigung ist weit verbreitet und hat wesentlich dazu beigetragen, daß es bislang zu keinem tiefgreifenden Kursverfall am Aktienmarkt gekommen ist. Bei jeder kleinen Delle melden sich Käufer, die ungeduldig darauf warten, am Aktienmarkt doch noch zum Zuge zu kommen.

In einer solchen Situation, meine verehrten Leser, scheint es mir angebracht zu sein, etwas grundsätzlicher die Zusammensetzung der Ersparnisse – oder Vermögen, falls es sich um größere Beträge handelt – zu überdenken. Die Aktienhausse hat dazu geführt, daß der Aktienanteil innerhalb der "Vermögen" ein größeres Gewicht erhalten hat. Das ist sicherlich kein Unglück, denn im allgemeinen waren Aktien innerhalb der Ersparnisse bislang unterrepräsentiert.

Gleichwohl meine ich, daß es nicht falsch sein kann, einen Teil der realisierten Kursgewinne dem Risiko am Aktienmarkt zu entziehen, und zwar dauerhaft. Bei aller Befriedigung über den Anstieg der Rentenkurse und bei allem Jubel über die immer noch laufende Aktien-Hausse ist es nach meiner Ansicht angebracht, jetzt einen Blick auf den häuslichen Goldschatz zu werfen. Wer gut verdient hat, und dies sogar steuerfrei, sollte – wie es in früheren Zeiten auch üblich war - hin und wieder Goldmünzen erwerben.

Der gegenwärtige Goldpreis ist auf längere Sicht betrachtet nicht überhöht. Die Mehrwertsteuer von noch 13 Prozent ist zwar eine ärgerliche Belastung, aber angesichts der Hausse-Gewinne am Aktienmarkt wohl zu verschmerzen. Gold bedeutet Sicherheit in bestimmten Situationen – und Krisen wird es auch in Zukunft geben.