Von Heinz Josef Herbort

Im Jahre Minus Eins der Orwellschen Zeitrechnung sind zwar die schwarzen und blauen Trainingsanzüge noch nicht verteilt, an denen die Mitglieder der inneren und der äußeren Partei zu erkennen sind, hängt noch nicht in jedem Zimmer oder an jeder Straßenecke der Televisor, wird noch nicht im Zimmer 101 dem Ketzer das richtige Denken beigebracht, ist noch nicht die Neusprache eingeführt, diese einzige Sprache der Welt, deren Wortschatz von Jahr zu Jahr kleiner wird – aber...

*

Aus einer Fachhandels-Information: "Gottlob sind die wenigsten Menschen mit dem zufrieden, was sie erreicht haben."

*

Eigentlich müßte sich der Datenschutz einschalten. Denn da wird seit einigen Wochen eine Maschine angeboten, die nicht nur Daten von einem Träger abliest, sondern an jeden, der es wünscht, weitergibt. Und diese Veröffentlichung wird binnen kurzem unvorstellbare Ausmaße annehmen. Zum einen liest, liefert und verteilt die Apparatur pro Sekunde über 1,9 Millionen Daten und ermöglicht den Zugriff auf jeden beliebigen Datenblock-Anfang innerhalb von weniger als sechs Sekunden; zum anderen wurden allein in Japan in den ersten drei Monaten nach Einführung des Systems 30 000 dieser Weitergabe-Apparate und 300 000 komplette Programme verkauft; zum dritten ist die Kapazität nur der deutschen Datenträger-Lieferfirma auf die Herstellung und den Vertrieb von 5,6 Millionen Stück jährlich ausgelegt; viertens haben sich inzwischen etwa 40 Geräte- und die 10 wichtigsten Programmhersteller auf diese eine Kommunikations-Norm geeinigt. Das System steht damit, das Monopol ist gesichert, die Lizenzen können sprudeln wie das Öl in der arabischen Wüste.