Hellmut Becker zum 70. Geburtstag

Von Hartmut von Hentig

Am 17. Mai feiert Hellmut Becker seinen 70. Geburtstag – nicht in seinem schönen Haus in Berlin, begleitet von geistvollen Happenings seiner sechs Kinder, den Ansprachen bedeutender Freunde, den kulinarischen Kunstwerken seiner Frau Antoinette, sondern in seiner zweiten Heimat, die "unterwegs" heißt und diesmal in Israel liegt.

Vor zwei Jahren hat Becker die Leitung des auf seinen Vorschlag und nach seinen Plänen 1963 gegründeten Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung an seinen Nachfolger übergeben: Das war Anlaß, seine außerordentlichen Verdienste um die Zusammenführung von Wissenschaft und Verwaltung in der Bildungsplanung zu rühmen.

Vor fünf Jahren, zu seinem 65. Geburtstag, gedachten die Pädagogen seiner Verdienste auf einem vielseitigen, schwierigen, von ihm früh in seiner prinzipiellen Bedeutung für die moderne Gesellschaft erkannten Gebiet der Bildungspolitik: dem der Erhaltung, Förderung und Auswertung der Schulen in freier Trägerschaft; sie taten es mit einem umfangreichen Werk "Alternative Schulen?", das erst durch seinen Untertitel Beckers Tätigkeit zugeordnet wird: "Gestalt und Funktion nichtstaatlicher Schulen im Rahmen öffentlicher Bildungssysteme".

Vor zehn Jahren haben die Freunde und Gegner aus Anlaß seines 60. Geburtstags erste Bilanzen der Bildungsreform gezogen, die weitere zehn Jahre früher angebrochen war und sich dabei auf eine Fülle von Vorarbeiten, Analysen und Programmen von Hellmut Becker stützen konnte, die er in dem großen Sammelband "Quantität und Qualität – Grundfragen der Bildungspolitik" 1962 vereinigt hatte.

Radikale Liberalität