Blei und Intelligenz: Schädigt Blei im Blut den kindlichen Verstand? Die Frage ist durchaus nicht rhetorisch, obschon sie lange als beantwortet galt. Drei wissenschaftliche Studien, Vorgestellt auf einem Treffen der British Psychological Society in New York, verweisen die meßbare Wirkung des Schwermetalls in den Bereich statistischer Ungenauigkeit. Mehr als zwölf Millionstel Gramm pro hundert Milliliter Blut, wollten frühere Untersuchungen festgestellt haben, senken den Intelligenzquotienten um fünf bis sieben Punkte.

Dieser Zusammenhang ist jetzt genauer an Grundschülern aus London und Leeds überprüft worden. Wo zu Hause mit Farbe umgegangen wurde, fand eine Forschergruppe heraus, zeigten die Kinder leicht geschwächte Verstandesleistungen. Doch zur Verblüffung der Wissenschaftler nicht etwa, weil der Lack womöglich Blei enthielt; der Einfluß der Eltern soll maßgeblicher gewesen sein. Um sicher zu gehen, daß sie nicht gerade den Effekt beseitigten, dem sie auf die Spur kommen wollten, verglichen die Forscher Kinder mit ähnlichen Bleiwerten aus unterschiedlichen Sozialstrukturen. Den unabhängig voneinander geführten Untersuchungen ist ein Ergebnis gemein: Wenn es irgendeinen Zusammenhang zwischen Bleibelastung und Intelligenzminderung gibt, dann kann er nicht erkannt werden, weil er von kräftigen sozialen Effekten vollständig verdeckt wird.

Auf der New Yorker Konferenz mochte dennoch niemand den Schluß ziehen, Blei sei ungefährlich, selbst in kleinen Mengen nicht. as