DIE ZEIT

Dem Kompromiß eine Chance

Nächste Woche treten in Genf die Unterhändler aus Moskau und Washington zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammen, um die Mittelstreckenraketen beider Seiten zu begrenzen.

Erpressung

Der Libyer Bashir Elmida, der am vergangenen Wochenende im Tausch gegen vier deutsche Staatsbürger in sein Heimatland abgeschoben wurde, ist ein rechtskräftig verurteilter Mörder: Er hatte vor genau drei Jahren einen libyschen Ex-Diplomaten in Bonn auf offener Straße erschossen.

Vor der Wahl

Mrgaret Thatcher läßt wählen. Die britische Premierministerin kann das Unterhaus nach freiem Entschluß entlassen und den Neuwahltermin vor Ablauf der eigentlich fünfjährigen Legislaturperiode festsetzen.

Eingeebnet

Kommt Hochmut vor dem Fall, zählt Herz mehr als Hirn? Der Niedergang Kurt Biedenkopfs lädt ein zum Glauben an die Gültigkeit von Binsenweisheiten in der Politik.

Zeitspiegel

Ganz ungestört konnte 1970 der SPD-Finanzminister Alex Möller seine Politik im Bundestag nicht vorstellen. Der Abgeordnete Gerhard Stoltenberg rief etwas rüpelhaft dazwischen: "Dieser angeschlagene Preisboxer da oben soll lieber seinen Etat begründen.

Wechsel im Bundespresseamt: Bessere Verpackung, weniger Inhalt?

sind, in der Sonne der Mächtigen zu stehen, muß es unbegreiflich scheinen, wenn einer freiwillig den Schatten sucht. Die Nachricht von Diether Stolzes Rücktritt aus dem Amt des Regierungssprechers wurde mit kühlem Unverständnis aufgenommen.

Worte der Woche

"Wenn Jurij Andropow morgen ankündigen würde, daß er die Hälfte seiner SS-20-Sprengköpfe mit Smarties füllen wolle, dann gäbe es Stimmen in England und Westeuropa, die das feierlich einen großen Schritt zum Frieden nennen würden.

Nach der Bundestags-Debatte: Die Fronten klären sich

Das Vorurteil war schnell fertig. So, wie die Regierungserklärung eher lang als groß ausgefallen sei, das war die vorherrschende Meinung, so sei auch die Debatte darüber nicht gerade unter die Sternstunden des Parlaments zu rechnen.

Libanon-Lösung: Der Meilenstein als Stolperstein?

Anschauungsunterricht vor Ort im Libanon: Am Ende seiner zwölftägigen Pendelmission resümierte US-Außenminister George Shultz in Beirut gerade den Erfolg seiner Nahost-Diplomatie.

Wolfgang Ebert: Telephonbuchskandal

22. April: In einer spektakulären Pressekonferenz präsentiert die Oberpostdirektion (OPD) München das unter geheimnisvollen Umständen aufgetauchte Telephonbuch 25 (Ortsteil München), das sämtliche Telephonnummern der Münchner Fernsprechteilnehmer enthält.

China: Besuch in Rumänien

Die Chinesen machen große Visite in Osteuropa: Parteichef Hu Jao-pang besucht Rumänien und Jugoslawien, sein stellvertretender Außenminister Qian Qichen zusätzlich Ungarn, Polen, die DDR und die Sowjetunion.

BONNER BÜHEN: Personalpolitik wie Möbelverladung

Nachdem die Voraussetzungen und Grundlagen geschaffen worden sind, der Wahlsieg, die Regierungsbildung, die Regierungserklärung und die Debatte darüber – folgt nun die Feinarbeit in der Koalition, auch personalpolitisch Soviel wie jetzt hatte Bonn lange nicht über Personen zu reden – vom Wechsel an der Spitze des Presseamtes über den bisher tiefsten Knick in der politischen Karriere Kurt H.

Spanien: Sieg der Linken

Fünf Monate nach dem Amtsantritt der sozialistischen Regierung unter Felipe Gonzalez hat sich der Trend zum Zwei-Parteien-System in Spanien eindrucksvoll bestätigt.

Südafrika: Bothas Pläne

Die südafrikanische Regierung will die Minderheiten – Inder und "Mischlinge" – am politischen Prozeß teilnehmen lassen: kein Abbau der Apartheid, wohl aber ein Schritt in Richtung auf ein Präsidialregime.

DDR: Luthers riesige Gemeinde

Das Denkmal Luthers am Eisenacher Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft sah hinab auf rote Fahnen. Der 1. Mai-Schmuck blieb bis zum 8.

Fälschungen oder Das Große im Kleinen

Warum ist der "stern" reingefallen? Von der Konstantinischen Schenkung bis zu Hitlers Tagebüchern: Politik und Geschäfte mit falschen Dokumenten

Krise und Kommunikation: Azubi braucht Schleuder

Darf es etwas mehr sein? Sonst noch? Danke, das ist alles. Nein, das geht so. – Wer je etwas gekauft oder veräußert hat, weiß um die kommunikative Komponente des Handelns; Warenaustausch vollzieht sich wortreich.

Solidarität: 50 Mark in den Topf

Sie jobben als Taxifahrer, arbeiten als Sekretärinnen, lassen sich zum Tischler umschulen oder machen sich, beispielsweise als Buchhändler, selbständig.

Alltag im Gericht: Wie ich nur schreien konnte...

Es ist nun genau ein Jahr her. Die alte Frau, rund und rosig, ist auf ihrem Weg nach Hause, hat ihr Ziel fast erreicht. Es ist spät geworden, schon nach Mitternacht: erst der Seniorenausflug, dann die FDP-Versammlung – ein erfüllter Tag.

Museum Wipperkotten: Für wen dreht sich das Rad?

Zum Freundschaftspreis von 1000 Mark wechselte der Wipperkotten am Wupperufer bei Solingen 1954 den Besitzer. Der Wupperverband, dem alle privaten und öffentlichen Anrainer des Flusses im Beimischen Land angehören und auch die auf Heimatpflege bedachte Solinger Stadtverwaltung waren froh, in dem Designer Karl Rodenkirchen einen Käufer gefunden zu haben, der den mehr als 400 Jahre alten Schleifereibetrieb inzwischen liebevoll restauriert hat.

Die Linken von 1968 und die Grünen, ihre unwilligen Erben: Gutmütige Empfehlung

Auch Zwerge haben klein angefangen. Warum sollten die jugendbewegten Grünen, die sich, vorsichtig und beklommen, erst einmal in den hohen Häusern der Politik umsehen müssen, jetzt schon präzise wissen, wie man mit all unseren Epochen-Problemen fertig wird? Joschka Fischer – einer der wenigen Parlaments-Newcomer mit Sinn für Ironie und Hang dazu, sich selber nicht angestrengt ernst zu nehmen – führt darüber beredte Klage: Die Grünen, so gibt er freimütig zu, "sind noch völlig unfertig, offen bis zur Hilflosigkeit und gestaltbar bis zum Scheitern"; ihnen fehle es alleine am Mut, die eigene Ratlosigkeit zu bekennen.

Vorwärts, wir müssen zurück

Europa befindet sich in einem jämmerlichen Weder Klagen noch Sonntagsreden bringen Europa aus der Krise, sondern Taten und Entscheidungen Zustand.

Staatsanleihen: Starrsinnig

Am Kapitalmarkt ist die Zinssenkung seit geraumer Zeit zum Stillstand gekommen. Und nicht nur das, seit einiger Zeit wird Kapital wieder teurer.

Bonner Kulisse

Die Bundesregierung will fürs kommende Jahr weder Steuern noch Abgaben erhöhen. Bezüglich der Steuern steht das ganz klar in Helmut Kohls Regierungserklärung der vergangenen Woche.

OECD-Ministerrat: Ratlos

Aus Paris hört man, daß beim Ministerrat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Konjunkturfragen die Kontroverse um den Ost-West-Handel verdrängt hätten.

Lehrstellen: So gemeint?

Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, meinte es gut mit seinem Parteifreund Helmut Kohl. Seine Untergebenen wies er kürzlich an, den Jugendlichen, die sich nach Kohls Lehrstellenversprechen an den Bundeskanzler gewandt hatten, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, "unverzüglich ein Beratungsgespräch anzubieten", und für diejenigen, die schon als Bewerber um einen der begehrten Plätze gemeldet sind, "die Vermittlungsbemühungen intensiv fortzusetzen".

Ein Pluspunkt für die Chefin

Der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) war die Sache nicht geheuer: "Man kann sich noch nicht vorstellen, wie diese Frau beim alljährlichen Tarifpoker im öffentlichen Dienst ihren Mann stehen wird", schrieb ihr Korrespondent im Oktober vergangenen Jahres nach der Wahl von Monika Wulf-Mathies zur neuen Vorsitzenden der ÖTV.

BMW: Abschied des Erfolgreichen

Die am vergangenen Wochenende nach München gereisten Mitglieder des Motor Presse Clubs rechneten es Karlheinz Radermacher hoch an, daß er zu ihrer von der Bayerischen Motoren Werke AG betreuten Jahreshauptversammlung als Gast kam, als wäre nichts geschehen.

Schweden: Alle Macht dem Fiskus

Der Kampf zwischen Staat und Steuerzahler nimmt in Schweden immer schärfere Formen an. Um die Schwarzarbeit unter Kontrolle zu bekommen, sind neuerdings alle Schweden verpflichtet, jede Handwerkerleistung dem Fiskus zu melden – mit Adresse, Rechnungsbetrag und Steuernummer.

Vereinigte Staaten: Pioniere aus Not

Das Stahlwerk hat schon immer das Leben der kleinen Stadt bestimmt. Zweieinhalb Kilometer lang zerteilt es das Tal, drängt alles andere an den Rand und die Hänge hinauf.

Konsens notwendig

Fuchs: Zunächst geht es darum, eine erneute Verschiebung der Rentenanpassung im nächsten Jahr zu verhindern. Dann möchte ich von Herrn Blüm erfahren, ob Arbeitslosigkeit wirklich allein zu Lasten der Sozialleistungssysteme gehen kann.

MANAGER UND MÄRKTE

Auch die neuen Billigmarken haben den Absatz der Zigarettenindustrie nicht recht zu beleben vermocht. In den ersten vier Monaten wurden nur knapp 36 Milliarden Zigaretten, über 13 Prozent weniger als in der gleichen Zeit des Vorjahres, abgesetzt.

Klein, aber oho!

Während die Londoner Times mit einer Auflage von 320 000 im letzten abgeschlossenen Rechnungsjahr 60 Millionen Mark Verlust hinnehmen mußte, machte die Neue Zürcher.

Ein vernachlässigtes Kapitel wird aufgearbeitet: Jugend unter Hitler

Die Schilderungen über die Jugend im Dritten Reich werden immer zahlreicher. Das nötigt die Geschichtsschreibung dazu, nicht mehr nur von der "Erziehung" dieser Generation durch Staatsjugendorganisation und Schule auszugehen und auch die Gegenüberstellung von Nazis und deren Gegnern in Frage zu stellen, die noch Arno Klönnes "Jugend im Dritten Reich" bestimmte.

Die unbequeme Wirklichkeit

Wer seine Existenzberechtigung vor allem daraus ableitet, für die ausgebeuteten Massen der Lohnabhängigen zu kämpfen, kann über eine Untersuchung nicht sehr glücklich sein, in der der Nachweis versucht wird, daß die große Mehrzahl der eigenen Klientel der staatlichen und gewerkschaftlichen Fürsorge eigentlich längst entwachsen ist.

Japan: Konflikt mit der Tradition

Wir haben alle unsere japanischen Mitarbeiter durch Empfehlungen und nicht über den Arbeitsmarkt gefunden", berichtet Rainer Repke nicht ohne Stolz.

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