ZEIT: Frau Fuchs, Sie haben Arbeisminister Blüm ihre Kooperation bei der Sicherung der Renten angeboten. Er wird diese Hilfe schon bald brauchen. Was bieten Sie ihm konkret?

Fuchs: Zunächst geht es darum, eine erneute Verschiebung der Rentenanpassung im nächsten Jahr zu verhindern. Dann möchte ich von Herrn Blüm erfahren, ob Arbeitslosigkeit wirklich allein zu Lasten der Sozialleistungssysteme gehen kann.

ZEIT: Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) hat vorgerechnet, daß selbst eine Verschiebung der Rentenerhöhung im kommenden Jahr die Rentenversicherung nicht vor der Illiquidität bewahren kann.

Fuchs: Das war ja zu erwarten, nachdem die Bundesregierung durchgesetzt hat, daß für die Arbeitslosen keine angemessenen Beiträge mehr von der Bundesanstalt für Arbeit an die Rentenversicherung gezahlt werden. Das ist jener Betrag von fünf Milliarden, der der Rentenversicherung jetzt fehlt.

ZEIT: Die Regierung Schmidt/Genscher war für eine geringere Kürzung der Beitragszahlungen zugunsten der Arbeitslosen.

Fuchs: Ja, und schon diese geringere Kürzung habe ich damals für falsch gehalten. Aber immerhin hatten wir die Rentenversicherung unabhängiger Gemacht von der Zahl der Arbeitslosen.

ZEIT: Etwas allgemeiner formuliert: Sie möchten für die Renten mehr Geld vom Staat?