Aus Paris hört man, daß beim Ministerrat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Konjunkturfragen die Kontroverse um den Ost-West-Handel verdrängt hätten. Bundesaußenmisister Hans-Dietrich Genscher übte sich wieder einmal in seiner bei Gipfeln verschiedenster Art erprobten aussagearmen Rhetorik. Zum Abbau der Arbeitslosigkeit müßten "alle an der Weltwirtschaft Beteiligten die notwendigen Eigenanstrengungen unternehmen. Was wir darüber hinaus brauchen, ist eine weltweite Partnerschaft für den weltweiten Wirtschaftsaufschwung".

Jawohl, so ist es. Aber überrascht das jemanden? Tausendmal sind solche und ähnliche Sätze in den letzten Wochen gesprochen und geschrieben worden. Was wir brauchen, ist eigentlich gar nicht mehr strittig. Nur weiß niemand so recht zu sagen, welcher Art die Eigenanstrengungen sein sollten, und wie die weltweite Partnerschaft für den weltweiten Aufschwung zustande gebracht werden soll – auch Genscher nicht.

Vorbereitungen des Weltwirtschaftsgipfels solcher Art verraten vor allem eines: Ratlosigkeit.

R. H.