Am Kapitalmarkt ist die Zinssenkung seit geraumer Zeit zum Stillstand gekommen. Und nicht nur das, seit einiger Zeit wird Kapital wieder teurer. Die Rendite zehnjähriger Anleihen und Pfandbriefe liegt näher bei acht als bei sieben Prozent, wie aus konjunkturpolitischen Gründen erwünscht wäre.

Nun sind kleine Schwankungen normal und stellen so lange kein Unglück dar, wie die Emittenten, das heißt in erster Linie die Öffentlichen Hände, solchen Realitäten zu folgen bereit sind. Das ist zur Zeit nicht der Fall. Denn die jüngsten Länderanleihen, aber auch die neue Bundesanleihe, wurden den Zeichnern zu Konditionen angeboten, die alles andere als marktgerecht sind. Einige Banken haben denn auch darauf verzichtet, sie ihren Kunden anzubieten und die Quoten stillschweigend ins eigene Portefeuille genommen.

Das ist eine angemessene Reaktion. Denn letztlich sind die den Bundes- und Länderkonsortien angehörenden Banken für die Ausstattung der Anleihen mitverantwortlich. Wenn starrsinnig an nicht marktgerechten Konditionen festgehalten wird, geschient den Kreditinstituten recht, wenn sie auf den Anleihen sitzen bleiben. Sie sollten solche Papiere erst dann zum Verkauf stellen, wenn sie dies gegenüber ihrer Kundschaft auch mit gutem Gewissen können. Gegenwärtig also nicht. K. W.