Es gibt auf der Welt nur einen Menschen, der sich wirklich dafür interessiert, ob es mir gutgeht. Das ist meine Mutter. Zu meiner Tochter werde ich leider nie so eine gutes Verhältnis bekommen können. Sie ist ein prächtiger Mensch, sehr stark und selbstbewußt. Sie ist jetzt 18 Jahre alt und hat das Gefühl, daß ich ihr ständig alles verbiete."

"Wenn ich einen Menschen auf der Welt wirklich gehaßt habe, dann meine Mutter."

"Und das ewige Genörgel. Alles muß sie herunterziehen. Eigentlich ist sie wohl stolz auf mich, aber sie sagt es nicht. Sie sagt mir immer, was sie anders, besser gemacht hätte, wenn sie noch einmal mit ihrer Tochter anfangen könnte. Kann sie nicht zufrieden damit sein, wie ich bin?"

"Vor allem diese falschen Töne, das Rummachen, wenn sie etwas von Vater will. Verflucht noch mal, kann sie es nicht normal sagen? Und damit vermittelt sie mir ja auch: So macht man es mit den Männern, so mußt du es auch machen, meine Tochter."

"Ich kann nichts dazu sagen. Ich sehe meine Mutter an und denke: So will ich nie, nie werden. Aber wenn ich nicht höllisch aufpasse, werde ich so."

"Wie sie klammert, wie ihr Zugriff kommt, wie sie mich auffrißt und füttert. Ich muß ihrer Meinung sein. Manchmal bin ich es, oft nicht. Wenn nicht, regt mich das mehr auf als Meinungsverschiedenheiten mit anderen. Dann ist sie zutiefst gekränkt, als sei es Verrat."

Frauentagung in der Evangelischen Akademie Nordelbien in Bad Segeberg. Das Thema heißt "Mütter und Töchter", die Arbeitsgruppen heißen "Die Macht der Mütter", "Feministische Mütter", "Die Sexualität der Töchter – und Mütter", ein schwerwiegender Gedankenstrich.