Bringt uns das Fernsehen der Zukunft nur noch den schönen Schein?

Von Jörn Kraft

Von den Kurven, die den Lauf der Konjunktur vorzeichnen, weisen nur wenige aufwärts. Es ist nicht viel zu erwarten, auch nach der Wende nicht, wenn die Erwartungen auf Arbeit, Beruf und Verdienst gerichtet sind.

Erheblicher Zuwachs ist uns dagegen für den Feierabend in Aussicht gestellt. Genauer: für den Feierabend am Bildschirm.

Die Fernsehprogramme 4 bis 10 stehen vor der Tür, graben sich unterirdisch heran, kreisen wartend am Himmel. Wer auch immer auf welchem Wege Zugang finden soll, das Angebot wird wachsen. In die Länge, nämlich weiter in den Tag hinein, und in die Breite, nämlich über die öffentlich-rechtlichen Kanäle hinaus. Neue, freiere Verhältnisse sind nach Rechnung aller Interessenten nicht nur möglich, sondern ganz einfach fällig.

Die Freunde und Förderer eines marktoffenen Fernsehens bringen allerhand Pluspunkte technischer und ökonomischer Art bei. Deshalb kommt ihnen nicht so leicht der Gedanke, eine Unternehmung dieses Ausmaßes müsse auch, vielleicht sogar vor allem, von ihren Inhalten legitimiert werden, es müsse also, bevor die Kabel verlegt werden, eine Vorstellung da sein von dem, was durch diese Kabel in Wohn- und Kinderzimmer geleitet wird.

Eine muffige Frage