Man kann nicht sagen, er sei "zu Springer zurückgekehrt". Aber daß Eberhard von Brauchitsch wieder näher an den Zeitungszaren Axel Springer herangerückt ist, seit er als persönlich haftender Gesellschafter bei Flick im Zusammenhang mit der Parteispendenaffaire ausgeschieden ist – das darf gesagt werden, ohne daß die Behauptung widerlegt werden könnte. Seine Nähe zu Springer läßt sich sogar präzisieren: Er steht zu ihm in einem freundschaftlichen Beratungsverhältnis, anders als seinerzeit in einem kurzen Zwischenspiel bis 1972.

Damals war von Brauchitsch als Generalbevollmächtigter von Axel Springer und Mitglied der Geschäftsführung der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik KG (der Holding) Teil der Hierarchie im Springer-Konzern und hatte Exekutivaufgaben. Diesmal stellt von Brauchitsch seinen Sachverstand, den Springer dem Vernehmen nach sehr schätzt, nur beratend zur Verfügung und nicht einmal exklusiv. Von seinen beiden Büros in Mettmann bei Düsseldorf und in Berlin aus berät er auch verschiedene andere Kunden.

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Monika Wulf-Mathies, die neue Vorsitzende der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), hat es schwer. Sorgen bereitet ihr derzeit nicht nur die hartnäckige Haltung der Arbeitgeber von Bund, Ländern und Gemeinden bei den laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Auch die personelle Besetzung ihres Vorstands stellt sie vor Probleme.

Einer ihrer Mitstreiter, der 54jährige Siegfried Bußjäger, wechselt zum 1. Juli dieses Jahres auf den lukrativen Posten des Arbeitsdirektors bei der Volksfürsorge, einem gemeinwirtschaftlichen Unternehmen. Sein Weggang trifft die ÖTV-Chefin hart, denn Bußjäger gehört zu den Vorstandsmitgliedern, die der Neuen mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch ihre Kandidatur nachdrücklich unterstützten.

Weniger schmerzen wird es Frau Wulf-Mathies sicher, wenn ein anderes Vorstandsmitglied die Stuttgarter Hauptverwaltung verläßt. Siegfried Merten, einer ihrer Stellvertreter, war nämlich ein härter Konkurrent beim Kampf um die Nachfolge Heinz Klunckers. Jetzt scheint Merten die Konsequenzen aus seiner Niederlage ziehen zu wollen. Der 55jährige gilt als möglicher Kandidat, für den Posten des Vorstandsvorsitzenden beim Auto-Club ACE. Lutz Gosepath, der den Auto-Club der Gewerkschaftsmitglieder derzeit leitet, geht im Herbst in den Ruhestand. Merten, bisher Beiratsvorsitzender beim Club, will bis Mitte Juni entscheiden, ob er sich um den Posten bewerben wird oder nicht.

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