Acht Beobachter werden künftig die Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua überwachen Costa Rica hatte um eine "Friedensstreitmacht" gebeten.

Doch dieser Bitte der mittelamerikanischen Demokratie, die keine Armee besitzt, wollten die vier Mitglieder der sogenannten Contadora-Gruppe Panama, Venezuela, Mexiko und Kolumbien – nicht entsprechen.

Die Contadora-Gruppe bemüht sich um eine Verhandlungslösung des Doppelkonflikts Nicaragua-Costa Rica und Nicaragua-Honduras. Die Sandinisten werfen beiden Nachbarstaaten vor, ihr Territorium Anti-Sandinisten zur Verfügung zu stellen und haben mit Vergeltung gedroht.

Costa Rica wäre in einem solchen Fall hilflos. Doch nur Venezuela war in der vorigen Woche bereit, Truppen zu schicken; Kolumbien wollte sich der Mehrheit anschließen, aber Mexiko und Panama scheuten eine mögliche militärische Verwicklung. Denn die "Südfront" der Contras operiert von costaricensischem Boden aus, wie vor vier Jahren ein Teil der Sandinisten gegen die Truppen Somozas.

Der Dissens – den Washington mit kaum verhüllter Schadenfreude zur Kenntnis nahm – hat die Stellung der Contadora-Staaten nicht gestärkt. Weil die Vermittler zu kollektivem Handeln nicht fähig sind, Werden sich weder Nicaragua noch Honduras mäßigen nüssen.

Auch Washington zeigt wenig Lust, die endgültige Abrechnung mit den Sandinisten zu verhindern. Auf die Klage Nicaraguas im Weltsicherheitsrat, die Vereinigten Staaten "finanzierten" und "dirigierten" die aus Honduras kommenden Rebellen erfolgte eine prompte Antwort: Die Quote der Zuckerimporte aus Nicaragua wurde von 58 000 auf 6000 Tonnen pro Jahr reduziert.

-bi.