Die Kraftwerk-Manager kämpfen mit allen Mitteln, um die geplanten Umweltschutz-Vorschriften für ihre Abgase zu verhindern. Doch viel Hoffnung auf Milde können sie sich nicht mehr machen. Der Bundesrat hat schon beschlossen, daß die viel diskutierte Großfeuerungsanlagen-Verordnung noch weiter verschärft werden soll; das Bundesinnenministerium ist einverstanden.

Also setzen die Kraftwerk-Bosse jetzt auf die Sparsamkeit der Verbraucher: "Übertriebener Umweltschutz" koste viel Geld, die Stromabnehmer müßten eine unverhältnismäßig hohe Zeche zahlen, so warnen sie in Presseerklärungen. Ob das die Bevölkerung wirklich wolle?

Nun – Pech für die Kraftwerke: Es scheint, die Verbraucher sind dazu bereit. Eine vom infas-Institut im Auftrag der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ausgeführte Befragung ergab, daß 76 Prozent der Bevölkerung gerne mehr für den "sauberen" Strom zahlen würden. Rund dreizehn Mark im Monat je Haushalt wurden im Durchschnitt als vertretbar angesehen.

Und die Umfrage ergab sogar noch mehr: Selbst bei ihrem liebsten Kind, dem Auto, wären die Deutschen gewillt, 1500 Mark dazuzulegen, wenn der neue Wagen dafür weniger Dreck auspusten würde. Die Verbraucher sind zu größeren Opfern bereit, als es die Industrie wahrhaben will.

iml