Vier Jahre nach dem Friedensvertrag mit Ägypten, fast ein Jahr nach dem israelischen Einmarsch in Beirut, ist der Kriegszustand zwischen Israel und Libanon durch Vertrag beendet worden. Aber noch ist ungewiß, ob aus dem Papier politische Wirklichkeit werden kann; Israel macht den Rückzug seiner Truppen davon abhängig, daß Syrien ein Gleiches tut, und gerade das hat Damaskus klipp und klar abgelehnt.

Ein Durchbruch also nur zu neuem Stillstand? Für die Araber gibt es keinen Grund, Israel entgegenzukommen, solange die Regierung in Jerusalem jede weitergehende Nahost-Lösung abblockt und mit Macht die Realitäten in den besetzten Gebieten verändert.

Daran wird sich aber nur etwas ändern, wenn in Israel ein Umdenken beginnt. Erste Anzeichen gibt es. Die Unterstützung, deren Menachem Begin bisher so gewiß sein konnte, beginnt zu bröckeln, vor allem wegen der schlechten Wirtschaftslage: Auf 160 Prozent im Jahr ist die Inflationsrate hochgeschnellt, die Exporteinnahmen fallen, und Arbeitslosigkeit kündigt sich für viele an.

Ein Umdenken weniger aus außenpolitischer Einsicht als aus wirtschaftlicher Sorge? Wie immer: Erst wenn die Mehrheit der Israelis sich gegen die bisherige Politik wendet, gleichgültig aus welchen Motiven, wird der Kompromiß im Nahen Osten nicht nur auf dem Papier stehenbleiben. cb