Der Wirbel um die französischen Devisenbeschränkungen schert deutsche Urlauber offenbar wenig. Kaum einer fürchtet, daß sein gebuchtes Ferienhaus von Franzosen okkupiert wird, die sich einen Auslandsaufenthalt nun nicht mehr leisten können.

Dankbar für die Sorglosigkeit deutscher Touristen sind vor allem die Unternehmen, die sich auf Frankreich-Reisen spezialisiert haben. Sie hätten Stornierungen nervös gewordener Kunden schließlich am ärgsten getroffen. Doch gebucht wird wie eh und je – trotz bangemachender Zeitungsartikel. Der Ferienhaus-Spezialist Jean Jacq: "Keine Anfragen, Buchungen unverändert."

Nach wie vor groß im Geschäft ist das devisenbeschränkte Nachbarland beim Frankfurter Unternehmen Interhome. Die Hälfte seiner Klientel interessiert sich für ein Ferienhaus oder eine -wohnung in Frankreich. Das hat sich auch in diesem Jahr nicht geändert. "Der Boom", so der Firmensprecher, "hält an."

Ohnedies keine Probleme haben Pauschalveranstalter, wie beispielsweise die TUI-Tochter Hummel: Sie kauft die Kontingente in der Regel ein Jahr vor Saisonbeginn ein.

Auch wer zum Zelten über die Grenze fährt, muß um einen Platz nicht fürchten. Die Kunden der ADAC-Campingabteilung sind sich ihrer Sache denn auch sicher, von ihrer Seite hat das Unternehmen bislang "nichts gehört".

Lediglich für die Stuttgarter Touristikfirma Agence Française hat sich die neue französische Devisenregelung negativ ausgewirkt: Nur noch die Hälfte der bisherigen Interessenten fragten nach Frankreich-Ferien an.

Einige Auskünfte zu diesem Thema mußte auch das Französische Verkehrsamt in Frankfurt geben. Die Anrufer hatten sich einen Artikel der Bild am Sonntag zu sehr zu Herzen genommen. Demzufolge befürchtet nämlich inzwischen sogar die französische Regierung, daß viele Ausländer "vor einem plötzlich prall von Franzosen gefüllten Frankreich im Urlaub zurückschrecken könnten". Auch daß es "in diesem Sommer ein gallisches Chaos auf Frankreichs Ferienplätzen" geben werde (Bild am Sonntag), hatte die Fragesteller verstandlicherweise beunruhigt. Jedoch der Inhalt des Berichts, so die Pressesprecherin Monika Gase, sei schlicht falsch. Schwierigkeiten wird es, wie in jedem Jahr, nur während der Sommerferienzeit im Juli und August geben. Da sollte man nicht ohne feste Buchung nach Frankreich fahren, insbesondere nicht an die Côte d’Azur. Überdies meint Monika Gase, daß jetzt eher mehr Franzosen die Ferien im Ausland verbringen würden als früher: "Eine Protestreaktion."

Brigitte Wolter