Spiele ohne Sieger

Der Streit zwischen Jonathan Schell und Günther Anders beziehungsweise dem Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt ist nach halbjähriger Dauer zu Ende. Nach Veröffentlichung des Plagiatvorwurfes war mit einer Erklärung Schells gerechnet worden, die die zahlreichen Parallelen zwischen seinem Buch "Das Schicksal der Erde" (1982) und den Anti-Atomschriften von Anders ("Die Antiquiertheit des Menschen", 1956, "Die atomare Drohung", 1972) plausibel zu machen versuchte; statt dessen drohte Schell durch seine Anwälte eine Klage an. Da die juristische Definition des Plagiats erheblich enger gefaßt ist als die literarhistorische, hatte Schell hier eine für ihn günstige Ausgangslage gewählt. Zu gewinnen war der Prozeß jedoch nicht. Das Hamburger Landgericht nannte das den Plagiatsvorwurf stützende Material "erheblich" und kündigte einen Drittgutachter an. Der Hinweis auf die hohen Kosten aber zwang die Beklagten schließlich, einen Vergleich abzuschließen, demzufolge der Plagiatvorwurf nicht wiederholt wird und eine Schadenersatzforderung Schells ausgeschlossen ist. – Nicht geklagt hatte Schell gegen den finanzstarken Axel-Springer-Verlag. Der hatte in mehr als doppelt so hoher Auflage einen Artikel von Professor Karl Steinbuch publiziert, der Schells Buch "großenteils ein Plagiat nennt.

Von der Deutschlandstiftung

Daß der Konrad-Adenauer-Preis auch von der "gleichnamigen Stiftung" verliehen wird, schien so klar zu sein, daß der Irrtum, um den es sich in Wahrheit handelt, anfangs auch von der Deutschen Presse-Agentur verbreitet wurde: so auch durch uns. Jedoch: der Konrad-Adenauer-Preis, den die österreichische Schriftstellerin Gertrud Fussenegger abgelehnt hat, wird von der Deutschlandstiftung e. V. verliehen, nicht von der Konrad-Adenauer-Stiftung.