Der Wirbel war groß, die Wirkung weniger. Am vorletzten Wochenende sollte eine gewaltige Sprengung den rotglühenden Lavafluß des Ätna in ein vorbereitetes Nebenbett ablenken. Als es um 4.05 Uhr in der Nacht zum Samstag soweit war, konnten nur 33 von 55 vorgesehenen Sprengladungen gezündet werden. Vom "Sieg über den Berg", den sizilianische Zeitungen erhofft hatten, konnte keine Rede sein: Nur etwas mehr als ein Zehntel des Lavastroms (Volumen: 25 Kubikmeter je Sekunde) konnte aus der Häuser und Dörfer bedrohenden alten Bahn abgelenkt werden. Der in Italien heftig umstrittene – und hochstilisierte – Kampf gegen die Naturgewalten war keineswegs der erste Versuch, mit technischen Mitteln Lavaströme zu stoppen. So besprühten die Isländer nach dem Ausbruch des Vulkans Eldfell im Januar 1973 die steinernen Glutströme monatelang mit Meerwasser, um sie schneller erkalten zu lassen; ein Teil der Stadt Vestmannaeyjar auf der Vulkaninsel Heimaey konnte dadurch wahrscheinlich vor der Vernichtung gerettet werden. Völlig besiegen läßt sich ein Vulkan wie der Ätna ohnehin nicht: Allein aus diesem Jahrhundert sind fast 60 Eruptionen bekannt. GH