Die Gipfelrealität der achtziger Jahre hat die Völker enttäuscht. Das Fehlen eines großen strategischen Entwurfs der Sieben wirft die prinzipielle Frage auf, als was sie ihren Gipfel eigentlich verstehen. Als Krisenmanagement? Als Instrument der Krisenverhinderung? Oder bloß als Quasi-Direktorium des Westens zur Beobachtung von Krisen? Die Frage nach der Funktion stellt sich auch deshalb, weil die Sieben seit 1980 – nach der Invasion von Afghanistan – endgültig dazu übergegangen sind, ihre Bewertungen auf die weltpolitischen Krisen auszudehnen. Könnte sich hieraus ein Nachfolgemodell der einmaligen weltpolitischen Viererkonferenz in Guadeloupe entwickeln? Müßte dies nicht sogar angestrebt werden?

Die Bilanz nach acht Jahren Weltwirtschaftsgipfel fällt karg aus, wenn man die meßbaren Ergebnisse addiert. Doch zu fürchten stünde, daß ohne diese Art von Treffen die nationalen Egoismen ungehemmt ausbrächen. Der Siebener-Gipfel ist nicht überflüssig geworden. Aber auf Wandel ist nur zu hoffen, wenn die Staatsmänner sich auf seine Ursprünge besinnen: wenn sie sich zum Ziel setzen, schweren Krisen vorzubeugen oder sie wenigstens gemeinschaftlich zu überwinden.