Mister und Mistress Bloggs sind Pensionäre und leben auf dem Lande, weitab vom kleinsten Kaff. Die Bloggs sind liebenswürdig, optimistisch, ideale Staatsbürger: loyal, biedermännisch, von unerschütterlichem Zutrauen, daß "Diedaoben" schon alles recht machen werden.

Am Abendbrottisch räsonieren die alten Leutchen über große Politik, den Präventivschlag, Frikadellen und Kartoffelchips. Dazwischen dudelt das Radio, und der Nachrichtensprecher berichtet über eine zum Zerreißen gespannte weltpolitische Krisensituation.

Mister Bloggs, kein intellektueller Kopf, aber Mann mit Common sense und Pragmatismus, kramt seine Krisen-Broschüre raus und liest nach, was denn der Bürger nun im Katastrophenfall zu tun hätte.

Während Mistress Bloggs (Mister Bloggs ruft sie zärtlich Kringelchen ein bißchen bügelt und in der Küche hantiert, werkelt der alte eifrige Pensionär an seinen Schutzvorkehrungen für einen drohenden atomaren Krieg. Kringelchen quasselt derweil vom Zweiten Weltkrieg, Marlene Dietrich, den "Krauts", Luftschutzbunkern, Spitfires, von Siruptorte und Eiscreme. Bloggs bastelt unbeirrt am Heimschutzraum, hängt Türen aus, stapelt Kissen, legt die Dokumentenmappe bereit, Wärmflasche, Augenklappe, Papiertüten, Notproviant.

In diese kindische Katastrophenübung des biederen Bloggs platzt die Horrornachricht: Ein atomarer Raketenangriff wird tatsächlich stattfinden...

Wie will ein Illustrator das Grauen eines atomaren Schlags in Bilder setzen? Raymond Briggs nimmt es wörtlich: Der tausendsonnenhelle nukleare Blitz breitet sich im tödlichen Weiß über Seiten des Bilderbuchs aus. Wackelige, verzerrte kleine Strips, aus denen der Betrachter unendlich mühsam die beiden Alten heraussuchen muß, signalisieren das sekundenschnelle tödliche Chaos aus Feuerball, Explosion, Hitze- und Druckwelle.

Die beiden Alten stellen voll kindlichen Entsetzens und Erstaunens fest, daß sie die nukleare Hölle überlebt haben. Es dauert lange, bis sie begreifen, daß sie ohne Wasser, Elektrizität, Telephon, Zeitung, Milchmann, "Dallas-Clan", ohne jede Kommunikation mit einer Menschenseele in ihrem Versteck hocken. Und es dauert nicht lange, da beginnen sie die gleichen grotesk banalen Dialoge wie auf Seite 1, als das Idyll auf dem Lande noch intakt war. Ob die "Lady" diesen Krieg auch so "falklandmäßig flott" hinkriegen wird, bezweifeln sie, warten aber treuherzig die Hilfskommandos von "Dendaoben" ab. Und während sie warten, Stunden, Tage, Nächte – während sie auf den Milchmann oder den staatlichen Rettungsdienst hoffen, werden die Strips dieses Comics immer fahler, beginnt ganz leise das Grauen des schleichenden Todes atomar Verseuchter: Erbrechen, Kopfschmerzen, Haarausfall, Petechien. Zum Schluß kriechen Hilda und James Bloggs in einen braunen Papiersack und warten da, abgeholt zu werden. Die letzte Ansprache geht "Andendaoben": ein Gebet.