Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Lage in Nordamerika hat die Grundstücksgesellschaft Lehndorff auch im vergangenen Jahr ihre Erträge weiter steigern können. Für deutsche Anleger sind sie zu einem Teil steuerfrei.

Das Interesse der Europäer an Immobilienbesitz in Nordamerika ist ungebrochen. Zur Zeit konzentriert es sich vornehmlich auf die USA, während Kanada als Anlageland mehr in den Hintergrund getreten ist. Nicht zuletzt eine Folge der von der kanadischen Regierung betriebenen Wirtschaftspolitik.

Seitdem die schönen Zeiten, in denen sich in der Bundesrepublik mit Termingeldern Spitzenzinsen erzielen ließ, vorüber sind, halten deutsche Anleger nach „Ersatzinvestitionen“ Ausschau. Ein Teil ihrer frei gewordenen Gelder fließt in Richtung USA, wo sich mit festverzinslichen Papieren drei bis vier Prozent mehr verdienen lassen als bei deutschen Anleihen.

Auch die Lehndorff Vermögensverwaltung GmbH u. Co, Hamburg/Zürich, die das Geld ihrer Klienten in kanadischen und US-amerikanischen Immobilien anlegt, registriert gegenwärtig einen wachsenden Mittelzufluß, allerdings noch gebremst durch den hohen Dollar-Kurs. Der Mittelzufluß stellt die Lehndorff-Verwaltung vor erhebliche Probleme. Denn die Nachfrage nach erstklassiger Immobiliensubstanz in besten Lagen ist in den USA unverändert groß geblieben. Der Mangel an Objekten läßt, so Jan von Haeften, einer der Lehndorff-Geschäftsführer, künftig beträchtliche Wertsteigerungen erwarten. Dies besonders dann, wenn es in den Jahren ab 1985 wieder zu stärkeren inflationistischen Tendenzen in den USA kommen sollte.

Mit Wertsteigerungsprognosen ist man bei Lehndorff grundsätzlich vorsichtig. „Auch gute Immobilienobjekte weisen wie jedes andere Wirtschaftsgut ein gewisses Risiko auf. Die dynamische Entwicklung der Städte in Nordamerika verläuft nicht immer gradlinig, sondern oft in Treppensprüngen“, warnt der Lehndorff-Geschäftsfünrer vor übertriebenen Erwartungen.

Er unterscheidet sich dabei wohltuend von zahlreichen cleveren Vertretern, die in den vergangenen Jahren den ahnungslosen Europäern etliche Flops angedreht haben und vor dem Verkauf von Sumpf- und Wüstenland nicht zurückschreckten.

So etwas kann sich Lehndorff nicht leisten. Die Gesellschaft hat auf dem nordamerikanischen Markt einen Ruf zu verlieren. Sie legte 1964 ihre erste deutsche Kommanditgesellschaft auf, die Geld in Kanada investierte. Inzwischen verwaltet Lehndorff ein Anlegerkapital von 742 Millionen US-Dollar. Dies repräsentiert ein Vermögen von 1,52 Milliarden Dollar.