Es war ihm nicht genug, Millionen zu scheffeln und dennoch keine Öre an den Fiskus zu zahlen: Der dänische Steueranwalt Mogens Glistrup beschloß, auch noch Politiker zu werden. Jetzt ist er mit beidem am Ende.

Vor zehn Jahren wurde seine „Fortschrittspartei“ zur zweitstärksten Fraktion im dänischen Parlament. Ihr Programm: völlige Abschaffung der Einkommenssteuer. Das Gesetz, das Glistrup vergeblich ändern wollte, holte ihn jetzt ein. Wegen groben Steuerbetrugs wurde er zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Glistrup wollte sich von den Wählern bestätigen lassen, daß im Grunde das Verbotene erlaubt sei. Er suchte das gute Gewissen. Nun hat er die Bescherung. Die Moral der Geschichte ist unmoralisch: Glistrup hätte besser getan, sich wie andere Steuersünder heimlich und schlechten Gewissens der unrechten Pfründe zu erfreuen. Dann könnte er sie vielleicht auch heute noch genießen, -cb-