Nach der Straßenschlacht nun die Wortgefechte. Und das Nachtarocken ist kaum weniger peinlich als der Krawall beim Besuch des US-Vizepräsidenten in Krefeld. Denn es hilft nicht weiter, wenn die Bundesregierung wegen des Tumultes beim deutsch-amerikanischen Erinnerungsfest schon die Republik in Gefahr sieht oder den Düsseldorfer Staatsschützern Laschheit vorwirft. Leicht rührt sich da der Verdacht, aus einer Blamage solle jetzt auch noch innenpolitischer Gewinn gezogen werden.

Das aber wäre fatal in einer Zeit, in der offenbar kein amerikanischer Staatsgast unser Land besuchen kann, ohne daß dabei Scheiben zu Bruch gehen und Steine geworfen werden. Statt mit dem Finger aufeinander zu zeigen, sollten deshalb alle Parteien und politischen Gruppierungen, auch die Grünen und die Friedensbewegung, immer wieder deutlich machen: Kritik an der Washingtoner Regierung ist kein Aufruf zum Steinewerfen, Ablehnung der Reagan-Politik kein Freibrief für Gewalttaten. Nur mit solchen Klarstellungen können die politischen Rowdies isoliert und Zweifel an der deutschen Verläßlichkeit in Amerika ausgeräumt werden. D. B.