Die Mehrwertsteuererhöhung löst heftige Preiskämpfe aus

Von Gunhild Freese

Den Startschuß gab – wie so oft – Aldi. Mitte Mai hatte die Südkette des Discount-Giganten eine massive Preissenkungsaktion gestartet. Bei mehr als zwanzig umsatzstarken Artikeln wurden die Preise um zehn bis zwanzig Prozent gesenkt.

Und wie immer konterte die Konkurrenz. Seit Wochen werden die Briefkästen der Konsumenten mit Werbeprospekten vollgestopft, in denen die Lebensmittelhändler mit Niedrigstpreisen, Preissenkungen und Super-Sonderangeboten locken. Die Lebensmittel Zeitung konstatiert auf etlichen Produktmärkten "galoppierenden Preisverfall".

Doch nicht nur die ohnehin im Dauerpreisgefecht liegenden Lebensmittelanbieter buhlen mit Preisnachlässen um die Kundschaft. Im Juli will die Esüdro, die Einkaufsgemeinschaft der Drogerien, ihre Abgabepreise von rund siebzig absatzstarken Markenartikeln ihres Sortiments um gleich zwanzig bis 25 Prozent herabsetzen. Und das "nicht nur für vierzehn Tage, sondern auf jeden Fall bis zum Jahresende", wie der Präsident des Verbandes Deutscher Drogisten, Fredi Guth, versprach. Mit dieser Preisaktion sollen für die Drogerien Kunden und Umsätze zurückgewonnen werden.

Früher als im Vorjahr wollen auch die Textilhändler ihre sommerliche Preisschlacht beginnen, wie eine Umfrage der Textil-Wirtschaft ergab. "Im Mittelpunkt jeder Anzeige", so beobachtete das Branchenblatt, "steht nun der Preis."

Schon Mitte Juni hatten die großen Hersteller von Fabrikzigaretten die Verbraucherpreise für ihre Spitzenmarken gesenkt.