Harry Gray, der Chef des US-Konzerns United Technologies Corp. (UTC), ist gewiß einer der geschicktesten und gescheitesten amerikanischen Top-Manager. Wenn er sich aber etwas in den Kopf gesetzt hat, so wird er nicht müde, es immer und immer wieder zu propagieren, auch auf die Gefahr hin, seinem Gesprächspartner damit auf die Nerven zu fallen. Gegenwärtig möchte er nichts lieber als eine Zusammenarbeit seines expansiven Konzerns, zu dem auch der Triebwerkhersteller Pratt & Whitney und der Hubschrauberproduzent Sikorsky gehören, mit dem deutschen Luft- und Raumfahrtunternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm.

In seinem Liebeswerben ist Gray völlig unbekümmert: Er sucht den Deutschen klarzumachen, daß die von MBB geplante Kooperation mit der französischen Aerospatiale bei der Entwicklung eines Panzer-Abwehrhubschraubers eine „volkswirtschaftliche Verschwendung“ und statt dessen ein Zusammengehen mit Sikorsky – bei Helicoptern Weltspitze – weit vorteilhafter sei. Das mag vordergründig zutreffen. MBB aber kann aus seiner europäischen „Welt“ nicht ausbrechen. Ohne die Franzosen hätte diese Industrie viele ihrer Projekte bisher nicht durchziehen können. Dieses „Politikum“ vermag vorerst auch der kluge Gray nicht vom Tisch zu wischen.