Teure Festung

Der Ausbau der Falkland-Inseln in eine Festung findet bei den Briten nicht nur Zustimmung. So stieß der Plan der Regierung, einen neuen Flugplatz bei Port Stanley zu bauen, Anfang dieser Woche gleich auf doppelten Widerstand der Opposition im Unterhaus – zum einen, weil er fast eine Milliarde Mark an Baukosten verschlingen wird, zum anderen, weil Bauarbeiter und Material für das Großprojekt via Südafrika auf die Inseln transportiert werden sollen. Schon jetzt, so bemängelte ein Labour-Sprecher, koste die Unterhaltung Falklands Großbritannien über eineinhalb Milliarden Mark jährlich. Und 1986 werden die britischen Steuerzahler noch mehr Mittel für die Falkländer aufbringen müssen: pro Jahr rund zwölf Millionen Mark für jede Familie auf den fernen Inseln.

Aus Erfahrung

In England gibt es einen Berufsstand, dessen Angehörige zu 50 Prozent endlich wieder etwas zu tun haben wollen, während die anderen 50 Prozent die eigene Tätigkeit verabscheuen. Es handelt sich um die Henker, die seit der Abschaffung der Todesstrafe vor 18 Jahren eigentlich keine Henker mehr sind. Zwei von ihnen leben noch und taten jetzt ihre Meinung kund, da angesichts der überwältigenden konservativen Unterhausmehrheit die Wiedereinführung der Todesstrafe immerhin möglich geworden ist. Der heute 68jährige Harry Allen, der auf fast hundert Exekutionen stolz zurückblickt, erklärte sich für „immer noch verfügbar“. Sein Vorgänger, der inzwischen sehr alte Albert Pierrepoint, will von seinem alten Job nichts wissen: Alle Hinrichtungen seien „barbarisch“. Er muß es wissen.

Ärztliche Hilfe für Afrika

Das Deutsche Komitee Notärzte bittet die Leser der ZEIT erneut um Hilfe für ein medizinisches Projekt in Afrika. Nach dem erfolgreichen Appell zur Unterstützung der Nigeria-Flüchtlinge in Ghana bittet der Vorsitzende des Vereins, Rupert Neudeck, jetzt um Spenden (und um neue Freiwillige aus medizinischen Berufen) für das Projekt im Krankenhaus Maracha im Nordwesten Ugandas. Die deutschen Ärzte haben in Maracha Bürgerkrieg und andere Rückschläge überstanden; jetzt brauchen sie Geld, um mindestens so lange ihre Arbeit fortführen zu können, bis die ugandischen Mitarbeiter so weit ausgebildet sind, daß sie das Krankenhaus in eigener Regie übernehmen können. Die Spenden sind erbeten auf das Konto 22 22 22 2 bei der Stadtsparkasse Köln.

Aus der Redaktion

Gerd Bucerius, die ZEIT-Stiftung und die Redaktion der ZEIT haben sich auf ein neues Redaktionsstatut geeinigt. Es ersetzt das seit 1974 gültige Redaktionsstatut und ist, wie sein Vorgänger, Bestandteil eines jeden Redakteursvertrages. Das neue Statut kann von jeder Seite mit einer Frist von einem Jahr gekündigt werden, erstmals jedoch zum 31. März 1986.