Fünfzehn Städte an der bayerischen Donau haben sich zur Arbeitsgemeinschaft mit ineinander verzahntem touristischem Programm zusammengeschlossen. Die alten Reichsstädte, Festungen und barocken Fürstenresidenzen zwischen Ulm und Regensburg werben mit gemeinsamen Broschüren und Bummelpässen.

Spaziergänge am Donau-Ufer mit seinen unberührten Auwäldern und seinen kulturellen Kostbarkeiten erschließen ein Stück unbekannter Heimat mit historischen Erinnerungen (Beispiel: die Donau als Landesgrenze, zwischen Ulm und Neu-Ulm durch den Pariser Staatsvertrag), großen Namen (Albertus Magnus aus Lauingen), Kleinodien mittelalterlicher und barocker Kunst (Ulmer Münster, Günzburger Liebfrauenkirche, Schloß Leitheim, die Altstadt von Neuburg, die Asamkirche von Ingolstadt, der Regensburger Dom). Am Weg liegen etwa 30 Museen, darunter das Deutsche Brotmuseum in Ulm, ein Fossilien-Prägekabinett in Neuburg, das Deutsche Medizinhistorische Museum in Ingolstadt sowie das Reichstagsmuseum und das Kepler-Gedächtnishaus in Regensburg.

Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft geht auf die Anregung des Donauwörther Bürgermeisters Böswald zurück. Innerhalb eines Jahres wurde ein "Paket" entwik-;elt: der "Bummelpaß". Für 20 Mark gewährt er freien Zutritt oder ermäßigte Preise, von der Stadtführung in Ulm und Regensburg bis zur Schiffahrt durch den Donaudurchbruch bei Kelheim, von der Halben Bier bis zur Karlsbader Oblaten-Packung aus der größten Oblaten-Fabrik der Welt in Dillingen.

Der Weg am Donau-Ufer ist 215 Kilometer lang. Das ist ein Wanderweg (mit organisiertem Gepäcktransport) und ein Radfahrweg (allerdings erst ab 1984 ganz ausgebaut und beschildert). Das ist aber auch ein Wasserwanderweg für Kanufahrer, ein Entdeckerpfad für Naturfreunde und Angler, eine romantische Etappentour für Reisende mit der Donautalbahn. Der Zug erreicht zweimal täglich jeden Bahnhof am Donau-Ufer. In elf Städten gibt es Anlegestellen und Bootshäuser, in fünf Campingplätze, in sechs Jugendherbergen. Auskunft, Prospekte, Buchung: Städtisches Verkehrsamt, Rathausgasse 1, 8850 Donauwörth, Tel. (09 06) 50 21. Wolfgang Boller