Die Arbeitslosigkeit steigt und steigt. Auch der Juni hat die Wende nicht gebracht, bestenfalls eine kleine Verschnaufpause. Und Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, hatte für die Zukunft nur die gewundene Erklärung parat, das Wirtschaftswachstum werde nicht groß genug sein, um die steigende Zahl der Erwerbstätigen aufzunehmen. Auf gut deutsch: Die Zahl der Arbeitslosen wird 1984 weiter steigen.

Da verwundert es schon, wenn 28 Wissenschaftler ex cathedra verkünden, daß ein Mittel, das in der Vergangenheit Arbeitsplätze erhalten hat, nun nichts mehr taugen soll: die Verkürzung der Arbeitszeit. Nunmehr, so die verblüffende Argumentation des wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums, bedeute Arbeitszeitverkürzung sogar mehr Arbeitslosigkeit. Daß dieser Glaubenssatz im Widerspruch zu vielen anderen Wissenschaftlern steht, ficht den Beirat nicht an.

Wes Brot ich esse, des Lied ich singe, sagt schon der Volksmund. hm