Beachtlich

„Short the Moon“ von Alan Parker. Szenen einer Ehe: sie werden nicht erst seit Ingmar Bergmans Film auf die Leinwand gebracht. Allerdings, wenn man „Shoot the Moon“ sieht, erinnert man sich mehr als in anderen Filmen an Bergmans Ehehölle. Das liegt vor allem an der wortgewaltigen Diane Keaton, die ihre Wut herausschreit, ihre Verwundungen sichtbar macht. So nordisch-düster freilich wie Bergmans Film ist „Shoot the Moon“ nicht. Er spielt im Intellektuellen-Milieu von Nord-Kalifornien und hat auch ganz heitere, gelöste Momente. Denn der Engländer Alan Parker („The Wall“, „Midnight Express“) konzentriert sich nicht nur auf die Ehepartner (den Mann spielt Albert Finney), sondern auch auf das Verhalten und die Reaktionen ihrer vier Töchter. Die drei jüngeren sind von erfrischender Unbefangenheit, Sandy, die älteste, bemerkt jedoch feinfühlig die Spannungen zwischen den Eltern und verhält sich abweisend, ja haßerfüllt ihrem Vater gegenüber, der die Familie verlassen hat, um mit einer Freundin zu leben. Die Bilder, die Parker für sein Ehedrama erfunden hat, sind zuweilen zu glatt, zu kunstgewerblich, der Schluß theatralisch explosiv und sentimental zugleich. Anne Frederiksen

Mittelmäßig

„Höllenjagd bis ans Ende der Welt“ vom Brian G. Hutton könnte auch „Jäger des verlorenen Vaters“ heißen. Nicht nur, weil die Story es nahelegt (die vom Vorderen Orient bis zum Fernen Osten führende Suche einer verwohnten Millionärstochter nach ihrem verschollenen Vater), sondern weil „High Road to China“ (Originaltitel) mitunter wie ein Plakat von „Jäger des verlorenen Schatzes“ wirkt – obwohl der Film noch vor dem Spielberg-Opus mit John Huston als Regisseur gedreht werden sollte. Es sind alle Ingredienzien vorhanden, die einen schönen Abenteuerfilm versprechen; der rauhbeinige Weltkrieg-I-Veteran, ein melancholischmürrisches Flieger-As mit Stoppelbart und Hang zur Flasche (Tom Selleck), und die gelangweilte kratzbürstigem Charme und losem Mundwerk (Bess Armstrong); afghanische Banditen, tibetanische Weise und bornierte britische Offiziere; exotische Schauplätze und waghalsige Stunts in Doppeldecker-Flugzeugen. Doch da ein gutes Drehbuch fehlt, ist das Resultat nur eine ermüdende Folge von lautstarken Kabbeleien zwischen den beiden Protagonisten, durchsetzt mit (erholsatt wirkenden) Action-Szenen. Helmut W. Banz

Empfehlenswerte Filme

„Das Gespenst“ von Herbert Achternbusch. „Die flambierte Frau“ von Robert Van Ackeren. „Eine ganze Nacht“ von Chantal Akerman. „Diva“ von Jean-Jacques Beineix. „Echtzeit“ von Hellmuth Costard und Jürgen Eben (siehe Seite 36). „Bolwieser“ von Rainer Werner Fassbinder. „Café Malaria“ von Niki List. „Prince of the City“ von Sidney Lumet. „Uliisses“ von Werner Nekes. „Grenzenlos“ von Josef Rödl. „Ein Jahr in der Hölle“ von Peter Weir.