Wir kennen das aus dem amerikanischen Fernseh-Krimi. Kaum erscheint auf dem Bildschirm eine Tiefgarage, da geht es auch schon los. Wildfremde Leute schiefen aufeinander ein, ein zivilgekleideter Detektiv liegt verletzt am Boden, ein Gangster ist tot, die übrigen haben sich ins Auto gesetzt und rasen mit quietschenden Reifen zur Ausfahrt. Und nie werden wir es erleben, daß draußen einer falsch geparkt hat und das Flucht-Auto nicht wegkommt.

So stimmt es einfach nicht, wie Tiefgaragen in amerikanischen Krimis dargestellt werden. So langweilig sind Tiefgaragen in Wirklichkeit gar nicht, als daß da immer die gleichen Geschichten passieren. Der Alltag einer Tiefgarage ist viel aufregender, viel unberechenbarer.

Es beginnt schon damit, daß die Spannung nicht erst unten in der Garage einsetzt, sondern schon oben auf dem Trottoir. Vor der Tür mit der Aufschrift: „Bitte Einfahrt freihalten!“ steht ein VW, sein Fahrer ist weg. Entweder kann der nicht lesen, oder, was schlimmer ist, er will nicht.

Da kommst du also abgespannt vom Schreibtisch zur Firmen-Garage und möchtest möglichst schnell nach Hause. Und dann rast nicht etwa ein Gangster-Auto an dir vorbei, nein, ein VW ist zentimetergenau so geparkt worden, daß er dir den Weg nach Hause blockiert. Du kommst nicht raus aus der Tiefgarage.

Entrüstung staut sich.

Die Polizei wird gerufen. Zwei junge Burschen in Uniform kommen. Sie nehmen auf. Es scheint, als seien ihre Bleistifte nicht geeignet, mehr als nur Häkchen zu machen. Während sie tätig werden, wird jedenfalls nicht geschossen, sondern nur gegrinst.

Ein Abschlepp-Kommando wird beordert. Was ist, sollte der Lümmel mit seinem Autoschlüssel zurückkommen, bevor der Abschlepp-Dienst da ist? Die Spannung wächst.