Vor Jojopa-Plantagen gewarnt

Zur Zeit werden in der Bundesrepublik Beteiligungen ab 20 000 Mark an Jojopa(Ölfrucht)-Plantagen in den USA angeboten. „Für einen Nicht-Landwirt ist die Beurteilung der Qualität eines solchen Farmengagements nicht möglich“, warnt der Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Schimmelpfeng, Wolfgang Spannagel. Nach altbekanntem Muster wird auch hier die Unerfahrenheit von Anlegern ausgenutzt. Deutsche Investoren haben nach den Informationen Spannagels schon mehr als 20 Millionen Mark für die Finanzierung von Jojopa-Plantagen bereitgestellt. Davon dürften rund 30 Prozent an die Verkäufer und Vermittler als Provision gegangen sein. Die Geschäfte werden in der Regel über ausländische Firmen abgewickelt, wodurch der Geschäftsablauf undurchschaubar wird und Regreßansprüche schwer zu realisieren sind. In den Verkaufsprospekten werden die Vorzüge des Jojopa-Öls einseitig gelobt, kritische Stimmen über die langfristige Marktentwicklung aber verschwiegen. – Die Unternehmensberatung A. Erberich-Luckmann mit Sitz in Paraguay läßt Anteile an einer noch zu gründenden Panama-AG vertreiben, mit denen nach Informationen von Kapitalmarkt intern in Düsseldorf eine Jojopa-Farm im Norden Paraguays finanziert werden soll. Von dem Aktienkaufpreis von 6000 Mark können die Vertreter gleich 30 Prozent für sich kassieren.

Versicherungsschutz bei Kreuzfahrten

Kreuzfahrten auf Passagierschiffen werden bei den Bundesbürgern immer beliebter. Woran unbedingt bei den Vorbereitungen vor Antritt der Reise gedacht werden sollte, ist die Frage nach der ärztlichen Versorgung an Bord. Der Arzt an Bord berechnet in der Regel kein Honorar, wenn es sich um Krankheiten oder Unfälle handelt, die allein auf die Schiffsreise zurückzuführen sind. Für andere Krankheiten dagegen ist ein Privathonorar zu zahlen. Die Krankenscheine gesetzlicher Kassen einschließlich Ersatzkassen erkennt der Schiffsarzt nicht an. In diesen Fällen müssen die Patienten mit Kosten rechnen, falls sie nicht privatkrankenversichert sind. Ein zusätzlicher Schutz empfiehlt sich auch dann, wenn der Veranstalter generell kostenlose medizinische Versorgung an Bord zugesagt hat. Ein finanzielles Risiko läßt sich auch dann nicht ausschließen. Das ist der Fall, wenn die ärztliche Betreuung an Bord wegen fehlender medizinisch-technischer Einrichtungen nicht möglich ist oder nicht abgeschlossen werden kann und der Patient in einem ausländischen Hafen in ein Krankenhaus eingeliefert werden muß.

Freie ADCA-Aktionäre wehren sich

Um eine Sonderprüfung nach § 144 Abs. 2 des Aktiengesetzes durchsetzen zu können, sucht die „Freie Vereinigung von Aktionären der ADCA-Bank e. V.“ in Köln Stimmrechte privater Aktionäre. Die ADCA-Bank AG, Berlin-Frankfurt, ist seit 1977 dividendenlos und will jetzt ihr Niederlassungsnetz im Raum Bremen an die Bremer Landesbank verkaufen. Ein Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt, ebenso – so die Vereinigung – ist bisher unbekannt geblieben, was mit dem wertvollen Immobilienbesitz geschehen soll, der sich noch im ADCA-Besitz befindet. Die Vereinigung ist der Ansicht, daß das Gros der ADCA-Niederlassungen nicht ohne Hauptversammlungsbeschluß veräußert werden darf.