Manchmal denkt man, Bayern sei ein einziges Bierzelt. Beim Weißbierfest am letzten Wochenende servierte Kabarettist Klaus Havenstein im Pschorrkeller seine Pointen. Die bissen den Aufsichtsratsvorsitzenden der Hacker-Pschorr-Brauerei schärfer als sein Radi. Josef Schörghuber wies den Pointenhuber von der Bühne. Nicht nur der war verdutzt. Hatte er nicht, den Zensur-Bräuchen des „Wende“-Staates getreu, sein Manuskript den Braumeistern brav vorgelegt?

Macht nichts. Der Boß schafft an. Dieses Gesetz gilt auch in anderen Kulturkellern der Alpenrepublik. Als der Intendant des Staatsschauspiels, Kurt Meisel, auch beamtenrechtlich wahrmachte, was er zehn Jahre lang verwaltet hatte, den Ruhestand, verfielen die Kulturverweser auf die bequeme „Hauslösung“: Der Betriebsdirektor sollte den Intendanten mimen.

Doch Frank Baumbauer beendete den Dornröschenschlaf des Residenztheaters. Er präsentierte einen ansehnlichen Spielplan, interessante Regisseure, große Schauspieler. Trotzdem (deshalb?) zögerte der Ministerrat die Unterzeichnung des Vertrages monatelang hinaus. Schlimm, wenn die Verdächtigungen stimmten, man habe einen Theaterleiter erst gar nicht anstellen wollen, der Künstler beschäftigen will, die der CSU so unangenehm sind wie Achternbusch, wie Werner Scnroeter. Hat Strauß jetzt endlich unterschrieben, weil er an der „Kulturfront“ Ruhe braucht, weil Gefolgsleute gegen seinen Führungsstil aufmucken?

Mit Strauß und Stoiber, Wiesheu und Waigel, mit dem Cinéasten Zimmermann ist eine Fortsetzung des Bayerntheaters jedenfalls sicher.