ZEIT: Stimmen nach Ihrer Erkenntnis Meldungen, wonach die Ruhrkohle AG die Schließung von drei Zechen plant?

Schmidt: Wir sind illusionslos, die Lage ist dramatisch. Aber nach unseren Kenntnissen stimmen die Meldungen von den Zechenschließungen nicht.

ZEIT: Welchen Ausweg aus der schwierigen Lage sehen Sie für die Ruhrkohle, wenn keine Zechen geschlossen werden?

Schmidt: Es ist dringend geboten, alle Möglichkeiten zur Verbesserung des Absatzes zu prüfen. Wenn wir ganz illusionslos alle Schwierigkeiten berücksichtigen, bleibt nichts anderes übrig, als die Kohleimporte aus Drittländern zu drosseln. Außerdem müssen die Wirtschaft und die Politik dem Bergbau helfen, ein Stückchen des wichtigen Wärmemarktes zurückzugewinnen. Dann kommen wir mit Teilmaßnahmen über die Runden.

ZEIT: Das heißt: keine Still-legungen.

Schmidt: Keine Stillegungen von ganzen, lebendigen Zechen.

ZEIT: Ihre Strategie, den Absatz der Kohle zu verbessern, hat doch wenig Erfolgschancen. Der wichtige Kunde Stahlindustrie wird auf absehbare Zeit seine Produktion nicht erhöhen und deshalb auch nicht mehr Koks brauchen. Und die Stromerzeuger haben Zweifel geäußert, ob sie überhaupt die vertraglich zugesicherten Kohlemengen für die Kraftwerke abnehmen können, weil der Stromverbrauch weit hinter den Prognosen zurückbleibt.