Otto Graf Lambsdorffs Wirtschaftsministerium bemühte gleich wieder hehre Werte: „Ein wichtiger Schritt zur Liberalisierung der Kraftfahrversicherung nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen“ sei. in der Freigabe der Tarife beim Teilkasko zu sehen.

Das Eigenlob des Ministeriums bleibt für die Autofahrer indes wohl ohne Folgen. Zwar sollen nach dem 1. April 1984 die Tarife der Teilkasko-Versicherung nicht mehr genehmigt werden müssen, jede Gesellschaft kann dann frei kalkulieren; aber da diese Sparte tief in den Verlusten steckt, wird kaum ein Anbieter die Versicherung gegen Diebstahl und Brand verbilligen.

Wettbewerb wird es in diesem Bereich ohnehin kaum geben. Die Teilkasko-Versicherung wird von den meisten Autofahrern wie ein Bestandteil der Haftpflicht verstanden und mit dieser zusammen abgeschlossen. Preisvergleiche nur im Teilkasko sind also die Ausnahme.

Von „Liberalisierung“ und „marktwirtschaftlichen Grundsätzen“ ist also wenig zu spüren. Solch große Worte wären allenfalls berechtigt, wenn die Haftpflichtversicherung selbst freigegeben würde – da aber traut sich das Wirtschaftsministerium wohl nicht heran. dg